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13. Februar 2012Dieter Zahn

Zur sozialen Lage älterer Menschen in Berlin

Armutsrisiken und Leistungsbezug

Hiermit möchte ich Euch für Eure Arbeit gern folgenden Bericht aus der Reihe Sozialstatistisches Berichtswesen Berlin zu Beachtung empfehlen:

Spezialbericht 2011
Zur sozialen Lage älterer Menschen in Berlin
Armutsrisiken und Leistungsbezug

Warum sollte der Bericht bei der Strukturierung der Leitbilddebatte Berücksichtigung finden?

Angesichts der Tatsache, dass in Berlin knapp jeder dritte Berliner bzw. jede dritte Berlinerin 50 Jahre alt oder älter (31.12.2009: 1.267.245) und knapp jeder bzw. jede Fünfte 65 Jahre und älter (31.12.2009: 648.119) ist, kommt der Betrachtung der Entwicklung der Lebenssituation der älteren Bevölkerung und den damit verbundenen Herausforderungen an zukünftige Stadtgestaltung in jeder, wie auch immer inhaltlich strukturierten, Debatte um ein Leitbild wie wir künftig in Berlin leben wollen und was wir dafür tun müssen, eine besonderes Gewicht zu.
Auch wenn im Resümee der Studie erfreulicherweise (noch!) eingeschätzt werden kann, dass die Frage nach Altersarmut in Berlin im Vergleich zur Berliner Gesamtbevölkerung derzeit kein vordergründiges Problem ist, bietet die differenzierte Analyse dennoch wichtige Befunde für unsere Debatte und die dabei zu findenden notwendigen politischen Interventionsstrategien.
Das gilt insbesondere für die  Ausführungen zu den räumlichen Differenzierungen zwischen den Bezirken bis hinein in einzelne Planungsräume und über das Armutsrisikos der Geschlechter oder bei nichtdeutscher Staatsbürgerschaft. Von besonderer Bedeutung sind aber die zu befürchtenden Auswirkungen heutiger Arbeitsmarkt- und Rentenpolitik auf die Lebenssituation einer, aus dem Blickwinkel der Leitbilddebatte, nicht allzu fernen älteren Generationen. Die im Resümee gegebenen Hinweise zur politischen Verantwortung in Bund und Ländern sind dabei sicher auch für uns überlegenswert.

Abschließend empfehle ich überhaupt das umfängliche Angebot des sozial- und gesundheitsstatistischen Berichtswesens dieser Senatsverwaltung für die weitere Arbeit zu nutzen und bin gern bereit auf der Suche nach nötigen Befunden oder Analysen zu helfen.

Dieter Zahn