DIE LINKE. Berlin


6. September 2014Protokoll

Workshop »Gute Arbeit für Berlin«

Einführung durch Klaus Lederer und Elke Breitenbach.

Podium 1:

Gute Arbeit für Berlin – prekäre Beschäftigung bekämpfen, Fachkräfte sichern, Erwerbslosigkeit abbauen

TeilnehmerInnen:

Aus der Diskussion hervorgehende Änderungsnotwendigkeiten für den Antrag:

Dissens in der Debatte:

Podium 2:

Strukturelle Benachteiligung auf dem Arbeitsmarkt abbauen – Vielfalt gestalten
Ist ein Diversity-Konzept in der Lage, die strukturellen Diskriminierungstatbestände auf dem Arbeitsmarkt aufzubrechen? Was ist dazu an politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen notwendig und an Voraussetzungen zu schaffen?

TeilnehmerInnen:

Zusammenfassung der zu ergänzenden oder stärker oder anders zu akzentuierenden Forderungen:

Noch zu berücksichtigen:

Weitere Kritikpunkte:

Die Überschriften: »Zukunft ist inklusiv – Zukunft ist jung« sind paradox. Auch die alternde Gesellschaft ist eine zentrale Gestaltungsherausforderung -> Umformulierungsbedarf

Zeile 234: Altenpflege ist KEINE Krankenpflege, andere Aufgaben , soziale und Teilhabebezüge – soll nicht in eine Ausbildung gesteckt werden. Alter Mensch ist nicht per se krank

In allen Ausbildungsberufen braucht es Öffnung für Anforderungen einer inklusiven und interkulturell geöffneten Gesellschaft (Architekt – Barrierefreiheit, Pädagogik etc.)

Werkstätten weiter entwickeln zu inklusiven Unternehmen

Widersinnig, dass UN und öff. Verwaltung Aufträge an Werkstätten geben und sich das dann auf Schwerbehindertenquote anrechnen zu lassen anstatt es selbst zu machen, auf der anderen Seite brauchen Werkstätten sinnvolle Aufgaben.

Podium 3:

Ausbildung für alle, die wollen? Tatbestände und Handlungsnotwendigkeiten. Ist die Einrichtung der Jugendberufsagentur der richtige Weg?

TeilnehmerInnen:

Die Zahl der SchulabgängerInnen ohne Abschluss (7,9 %) oder nur mit einfachem Hauptschulabschluss (7.1 %) sind genauso weiter zu hoch wie die Zahl der AusbildungsabbrecherInnen. Der Senat wollte zwar diese Quoten senken, tatsächlich bleiben seine Anstrengungen ohne Wirkung. 12,4 Mio. Euro an Ausbildungsmittel gibt der Senat nicht aus. Und im Berliner ÖD gibt es 2014 weniger Azubis als 2012, obwohl auch Hauptverwaltung und Bezirke über Fachkräftemangel klagen.

Die Jugendberufsagentur ist keine Berliner Idee, sondern soll nach dem Willen der Bundesregierung bundesweit flächendeckend eingeführt werden. Finanzielle Mittel stellt sie dazu freilich nicht bereit.

Debatte:

Daniel Wucherpfennig:
Der DGB hat vor zwei Jahren mit der Diskussion um die Einrichtung und Gestaltung der JBA begonnen , weil die Regionaldirektion (RD) der Arbeitsagentur die Debatte in Berlin-Brandenburg angestoßen hat

Gewerkschaftliche Forderungen:

Dazu sind erhebliche finanzielle Ressourcen notwendig, was vor allem die RD und die Bezirke fordert.

Knut Mildner-Spindler:
Am 27.8. war Konstituierung des Lenkungsausschusses – knut als stv. Mitglied, weil eigentlich dort nur 4 Bürgermeister mitglied (2 x SpD, CDU, Grüne )
Eine JBA ist eigentlich zu begrüßen angesichts des Chaos‘, das im Bereich der Berufsorientierung in Berlin herrscht. Doch wenn man den Sprung wagt, braucht es dazu auch den entsprechenden Mitteleinsatz. Orientierung an Hamburg, wo zusätzliche Mittel mobilisiert werden.
In Berlin großes Theater um die Umsetzung der JBA: Es ist kein Geld. Es ist unklar, wer das Dach für die Agentur zur Verfügung stellt. Die Bezirke beharren auf zusätzliche Mittel, wenn sie neue Wege gehen sollen. Das Land rudert zurück und möchte sich mit einem virtuellen Dach zufrieden geben. Die Gefahr ist groß, dass dann alle das machen, was sie schon immer gemacht haben.

Kay Beiderwiesen, Linksfraktion Hamburg:
Kritisiert den Ausbildungsteil im Antrag: Letztes Jahr haben nur 39% aller Bewerber um einen Ausbildungsplatz auch tatsächlich einen Platz gefunden. Jetzt sind es nur 29,9 % der Bewerber.
Ganz schlechte Situation. Bewerber ist nur, wer tatsächlich als geeignet gilt, Gesamtheit sind die Ratsuchenden.
Anteil der außerbetrieblichen Ausbildungsplatz zwischen 2010 und 2013 auf 8, y % gesenkt.
Berufsvorbereitung ist Warteschleife. Mehrheit findet keinen Ausbildungsplatz.
14.500 Ausbildungsplatze für 22.000 Bewerber in Sept. 2013.

2013: nur gut 600 Ausbildungsplätze blieben unbesetzt (knapp 5%). Nur 13% der Betriebe bilden aus. Fachkräftesicherung – Fata Morgana // Bildung ist eine Menschenrecht – Ausbildung ist eine Bildung. Die Forderung, UN sollen Ausbildungsplätze schaffen, ist nur Appellpolitik – bringt nix. JBA: in HH 38% der MA kommen von der Arbeitsagentur, 44% vom Jobcenter, 4% von der Schul- und 4% von der Jugendbehörde, das heißt 92% kommen aus dem Bereich der Arbeitsbehörden. Aufgabe ist Sicherung des Übergangs von Schule zu Beruf.
Solange nicht alle Schulabgänger einen Ausbildungsplatz bekommen, muss der Staat außerbetriebliche Ausbildungsplätze schaffen. Deshalb braucht es die Forderung nach mehr vollqualifizierenden schulischen Ausbildungsplätzen und einer ausbildungsbezogenen Landesumlage

Sonja:
JBA schafft keine neuen Ausbildungsplätze! Muss man extra sagen. Können Forderung nach Berliner Ausbildungsumlage bekräftigen. Warteschleifen: Es wäre ein Schritt in die richtige Richtung, wenn Jugendliche wenigstens einen vollqualifizierenden Ausbildungsabschluss bekommen!
Zusammenführung der Rechtskreise: Freund und Feind ziehen zusammen – gehen Jugendliche da hin? Was können wir in Berlin fordern, damit das Sanktionsregime des SGB II nicht in JBA einfließt und damit es den Jugendlichen hilft statt sie zu gängeln.

Knut:
JBA für alle jungen Menschen da, die den Übergang schaffen müssen, nicht alle unterliegen SGB II-Kuratel. Möchte gerne Ausbildung vom Kopf auf die Füße stellen – Verbindung von Ausbildungsträgern und betrieblicher Ausbildung

Daniel:
Unwahrscheinlich, dass es Allianz gibt zw. Sozialpartner bzgl. Ausbildungspakt. Fordern assistierte Ausbildung und müssen dabei auch Arbeitgeber in die Pflicht nehmen. Die Debatte um Ausbildungsreife und (mis-)matching ist alt und dient den Arbeitgebern, sich um ihre Ausbilungsverpflichtungen herumzudrücken

Dschungel von Angeboten lichten, damit überhaupt effektive Beratung möglich ist (sonst machen das die Träger die Berufsorientierung, die dann die Jugendliche oder für die Jugendlichen abkassieren)

Ab 7. Klasse Berufsorientierung – dazu brauchts auch genug Praktikumsplätze

Quelle: http://www.die-linke-berlin.de/die_linke/bln_2030/leitbild_debatte_arbeitsseiten/workshop_am_692014/