Zurück zur Startseite
2. Juli 2012Auswertung stadtpolitische Konferenz und wie weiter

Zusammenfassung Sitzung 2.7.2012

AG Leitbild, 2.7.2012

Anwesend:Katrin Lompscher, Malte Krückels, Ulrike Haase, Delia Hinz, Walter Mayer, Sebastian Diekes, Sigrun Merkle, Klaus Lederer, Martin Schirdewan, Anni Seidl, Wenke Christoph, Katina Schubert, Tobias Schulze, Richard Häusler, Claudia Kerns (beide stratum)

Tagesordnung:

(1) Auswertung der stadtpolitischen Konferenz am 9.6.

(2) Vorstellung, Diskussion und Beschlüsse zur Konferenzdokumentation

(3) Wie weiter? Terminfindung für nächste Treffen & Ideen für die Weiterarbeit

Den Einstieg in die Diskussion zur Auswertung und zur Dokumentation bildete eine kurze Vorstellung der Text- und Layoutfassung der Konferenzdokumentation durch Richard Häusler und Claudia Kerns (stratum).

Im Anschluss wurden in zahlreichen Diskussionsbeiträgen sowohl Vorschläge zur Dokumentation gemacht als auch die Konferenz ausgewertet:

(1) Auswertung der stadtpolitischen Konferenz am 9.6.

• Der Teilnehmer*innenkreis setzte sich vornehmlich schon aus Mitgliedern der LINKEN zusammen, die trotz guten Wetters und zahlreicher Konkurrenzveranstaltungen recht zahlreich erschienen waren. Allerdings konnten wir über die Partei hinaus noch nicht ausreichend  viele Akteur*innen aus der Stadt für die Konferenz begeistern.

• Die Atmosphäre und der Diskussionsstil wurden insgesamt als konstruktiv und angenehm wahrgenommen, gelobt wurde die Offenheit der Veranstaltung.

Themensetzung/Inhalte:

• Insgesamt wurde in den Debatten in den Workshops wie auch beim Berlin-Café deutlich, dass bei den Anwesenden ein hohes Interesse an Themen im hier und jetzt besteht, an der Diskussion konkreter und aktueller Problemlagen. Die Herausforderung für die weitere Leitbilddebatte wird es daher sein müssen, dieses Interesse aufzugreifen, aber langfristige Orientierungen und Werteorientierungen nicht aus dem Blick zu verlieren, sondern sie für unseren Leitbildprozess mitzudenken und zu verdichten.

• In den Diskussionen zeigte sich nicht nur ein großes Interesse der Teilnehmer*innen an inhaltlichen Diskussionen, sondern vor allem auch an Sachorientierung, Lösungs- und Ergebnisorientierung in unseren Debatten. 

Methoden/Ablauf:

Das Panel zu Beginn wurde recht positiv bewertet; allerdings sollte ggf. auf eine klassische Fragerunde mit dem Publikum wie im letzten Teil der Debatte verzichtet oder andere Formen der Einbindung des Publikums (direkte Fragen an TN aus dem Publikum, schriftliche Wortmeldungen, …) gewählt werden, um eine spannendere Debatte zu erreichen.

• Das Berlin-Café wurde insgesamt als gut bewertet, vor allem die produktive Atmosphäre, die damit erreicht wurde. Bei erneutem Einsatz der Methode sollten allerdings die Ergebnisse der Diskussionen an den Tischen weiter genutzt werden (das fand bei fast keinem der Workshops danach statt).

• Die Konzeptionen für die Workshops unterschieden sich in der Praxis erheblich, was im Nachhinein die Vergleichbarkeit der Ergebnisse erschwert und im Vorfeld einheitliche Moderationskonzepte und –absprachen begrenzte. Das führte auch dazu, dass bestimmte Methoden – bspw. Kartensammlungen nach langen Inputphasen – nicht (gut) funktionierten. In Zukunft sollten Moderation und inhaltliche Vorbereitung von Anfang an besser aufeinander abgestimmt werden.

(2) Vorstellung, Diskussion und Beschlüsse zur Konferenzdokumentation

Angesichts der Länge der Dokumentation und der Kürze der Lesezeit vor/während des Treffens beschäftigte sich unsere Diskussion vor allem mit den allgemeinen Teilen der Dokumentation. Jede/r Workshopverantwortliche aus der AG und die Moderator*innen sollen darüber hinaus aber ihre Ergänzungen und Änderungswünsche für die Workshopdokumentationen an Wenke schicken. 

• Bis Donnerstag, den 12. Juli, sind alle Änderungswünsche und Anmerkungen an Wenke (wenke.christoph@gmx.net) zu schicken. Diese gehen dann gesammelt an stratum.Die Beschlüsse und Aufträge im Einzelnen:

• Als Einstieg zur Dokumentation und Einführung in den Leitbildprozess schreibt Klaus ein kurzes Vorwort des Landesvorsitzenden. 

• Workshopdokumentationen: Überarbeitungen/Ergänzungen durch Moderator*innen und Verantwortliche aus der AG (die bitte jeweils „ihre“ Moderator*innen kontaktieren und darum bitten!)

• Zur Auflockerung der Dokumentation wäre es toll, wenn sich möglichst viele aus der AG mit 2-3 Sätzen zu ihrer persönlichen Motivation äußern könnten, warum sie beim Leitbildprozess mitmachen. Gerne auch mit Foto!• Katrin überarbeitet das Interview.

Der letzte Teil („Die Zukunft auf einen Blick“) wird auf Grundlage der Diskussion in der AG überarbeitet. Dazu schreibt Wenke aus den Mitschriften des Treffens einen Entwurf und schickt ihn über die Liste für Anmerkungen/Veränderungen.

DEADLINE für alles: 12. Juli.

Diskussion zum letzten Teil der Dokumentation („Die Zukunft auf einen Blick“):

Eine andere Überschrift wäre sinnvoll, damit der letzte Teil eher den Charakter von Überlegungen für den weiteren Prozess erhält und weniger so klingt wie festgelegte Aussagen/Beschlüsse zum Leitbildprozess.

Zu (1) Avantgarde war gestern, Beteiligung ist heute:Wenn der Punkt inhaltlich auch weitgehend geteilt wurde, suggeriert die Überschrift aber, dass wir bis vor kurzem noch ein Selbstverständnis von uns als Avantgarde hatten – was falsch ist. Eine andere Wortwahl wäre mindestens sinnvoll, vielleicht sollte auch der Begriff des Dialogs stärker gemacht werden.

Zu (2) Die Antworten, die wir suchen, werden wahrscheinlich keine einfachen sein:Der Punkt stimmt, ist aber auch keine Neuigkeit. Wie notwendig ist er dann in einem zugespitzten Ausblick?

Zu (3) Moderation ist die politische Schlüsselkompetenz:Der kontroverseste Punkt: Moderation wird mehrheitlich nicht als die politische Kernkompetenz eingeschätzt, sondern vielmehr fallen Begriffe wie:

• Dialogfähigkeit

• Kommunikationsfähigkeit

• Außenorientierung – die Zeit der Introversion ist vorbei

• Lösungs-/Ergebnis- statt Abgrenzungsorientierung

• Dialektik von Sinn und Form

 

Die Partei wird als interessengeleiteter Akteur in gesellschaftlichen Kräfteverhältnissen und Auseinandersetzungen verstanden, nicht als Moderator*in politischer Prozesse – wenn auch eingeräumt wird, dass Moderationsmethoden eine wichtige Rolle spielen können.

Zu (4) Der lange Zug durch die Kieze:Die Idee des „langen Zugs durch die Kieze“ wird grundsätzlich begrüßt, Bedenken gibt es allerdings in Bezug auf die Leistbarkeit von Veranstaltungen alle 1-2 Monate. Über Kiez-Veranstaltungen hinaus sollten auch Fachgespräche mit zentralen Akteur*innen in den einzelnen Politikfeldern in Betracht gezogen werden. 

Darüber hinaus könnten noch folgende Ideen aus der Diskussion in den Ausblick aufgenommen werden:

Betonen, dass wir an den realen, aktuellen Problemlagen und den Berliner*innen mit ihren Bedürfnissen und Problemen hier und jetzt anknüpfen wollen. Die Verallgemeinerung und Beziehung auf Werte oder langfristige Orientierungen muss die Partei leisten, weniger die Bürger*innen auf unseren Veranstaltungen.

• Schwerpunktthemen für die Leitbilddebatte in den kommenden Monaten vorschlagen: Wohnen und Öffentliche Daseinsvorsorge – jeweils mit dem Ziel der Stärkung des sozialen Zusammenhalts als Klammer.

(3) Wie weiter? Terminfindung für nächste Treffen & Ideen für die Weiterarbeit

Ziele und Ideen für die weitere Leitbilddebatte:

Wir sollten uns auf Schwerpunktthemen fokussieren, die in der Stadt aktuell und wichtig sind – in mehreren Etappen Themen hintereinander abarbeiten statt laufend immer alles abdecken zu wollen. Gerade im Vorfeld der Bundestagswahl 2013 sollten wir für die nächste Etappe des Leitbildprozesses Schwerpunktthemen auswählen, mit denen wir (a) uns in wichtige Debatten in der Stadt einbringen und (b) Verbindungen zu bundesweiten Themen bauen können. Für die einzelnen Themenbereiche muss auf Grundlage der Dokumentation nun für die Weiterarbeit definiert werden, an welchen konkreten Fragen weiter diskutiert werden soll. Darüber hinaus wird es vor allem auch die Aufgabe der AG sein, über die aktuellen Themen und konkreten Fragen hinaus die „Brücken“ zu Wertvorstellungen und langfristigeren Zielen herauszuarbeiten.Wir müssen die eingeladenen und erreichten Akteur*innen und Gesprächspartner*innen bei der Stange halten und attraktive Diskussionsangebote machen.Wir brauchen eine klare Projektplanung für den weiteren Prozess, in der Ziele, Etappen, Schwerpunktthemen und Veranstaltungen geplant und vorbereitet werden. Darüber hinaus müssen wir versuchen, Ziele der Parteientwicklung einerseits wie auch die Vorbereitung des Bundestagswahlkampfes mit dem Leitbildprozess zu verbinden.

Um diese Punkte weiter zu bearbeiten und zu konkretisieren, treffen wir uns am Freitag, 7. September von 15-20 Uhr (mit Pausen und Essen/Getränken) zu unserem nächsten Klausur-Treffen! Konkret wollen wir diskutieren: 
(1) Beiträge aus der AG für den Leitantrag zum Landesparteitag
(2) Diskussion: Wo stehen wir als AG, wie machen wir weiter?
(3) Konzeption und Planung der nächsten Vorhaben der AG

 

Protokoll: Wenke Christoph