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21. April 2012Basiskonferenz DIE LINKE. Berlin

Aufbau der Linken an Schulen und Hochschulen

Mit unterschiedlichen Wegen, die Linke und ihre Jugend- bzw. Studierendenorganisation besser an Schulen und Hochschulen zu verankern, befasste sich dieser workshop

 

Eine Auswertung des workshops wird hier in den nächsten Tagen zu finden sein.

Protokoll

Workshop »Die Linke an Schulen und Hochschulen aufbauen!«
Gemeinsamer Workshop von Linksjugend ['solid] Berlin und Die LINKE.SDS Berlin

Input: Friederike Benda, Andreas Kerkemeyer, Georg Frankl
Protokoll: Andreas Kerkemeyer& Franziska Brychcy

Der Rahmen des Workshops wird kurz vorgestellt, siehe auch: Die_LINKE_an_Schulen_und_Hochschulen_aufbauen.rtf

Anschließend folgt eine Vorstellungsrunde der rund 25 Teilnehmer_innen. Unter ihnen befinden sich Schüler_innen, Studierende, Mitglieder der LAG Bildung und Schule sowie Genoss_innen mittleren und höheren Alters. Fast alle Menschen im Workshop haben einen engen Bezug zum Thema Bildung.


Ablauf des Workshops

Teil 1:
Rahmenbedingungen, Rolle und Strukturen der politischen Arbeit junger Menschen in und um die LINKE

  1. Lebensräume junger Menschen
  2. Rolle junger Menschen in Bewegungen und in der LINKEN
  3. Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen jungen Menschen und Partei/Gremien& Verbesserungsvorschläge

Teil 2:
Konkrete Aktivitäten/ Perspektiven der politischen Arbeit junger Menschen in und um die LINKE in den nächsten Wochen und Monaten

 



Teil 1:
Rahmenbedingungen, Rolle und Strukturen der politischen Arbeit junger Menschen in und um die LINKE

1. Lebenräume junger Menschen

Die soziale Situation von Studierenden, SchülerInnen und Auszubildenden ist oft schwierig, z. B. lebt in Berlin mehr als jedes dritte Kind unter 15 Jahren von Hartz IV. Ca. 60% der Studierenden in Berlin müssen neben ihrem Studium jobben. Die Restriktionen des Bildungssystems (mit Turboabi, Lehrermangel, Bachelor/Masterreform, Mangel an Ausbildungs-& Studienplätzen, Mainstream-Lehre statt kritische Wissenschaft) wirken sich direkt auf die politische Beteiligung junger Menschen aus. Die psychische, persönliche und soziale Situation des Einzelnen (z. B. Versagens- und Prüfungsangst, Geldsorgen, Gewalt, Stress, Ausgrenzung etc.) beeinflusst die Möglichkeiten& Ambitionen, sich politisch zu interessieren/ zu engagieren. Dieser Druck kann einerseits zur Resignation oder aber zu Protest führen. Junge Menschen verbringen einen Großteil ihrer Lebenszeit in der Schule/ Berufsschule/ Universität. Es ist naheliegend, sie dort zu erreichen, wo sie sich tagtäglich aufhalten.

 
2. Rolle junger Menschen in Bewegungen und in der LINKEN

Aus dem diffusen Protestgefühl vieler junger Menschen können konkrete politische Forderungen abgeleitet werden (z. B.für mehr Lehrer_innen an Schulen, Master für alle, keine Studiengebühren, keine Sanktionen etc.). Die Proteste gegen den CPE für junge Berufsanfänger 2006 in Frankreich, die Bildungsproteste 2009 in Deutschland, die Studierendenproteste in Chile 2011 zeigen das Protestpotenzial junger Menschen, die sich zusammen schließen, für ihre Rechte eintreten und gemeinsame Utopien für eine Alternative zum neoliberalen Gesellschafts- und Wirtschaftssystem entwickeln.
Diese jungen Menschen brauchen eine starke LINKE, die sich an ihrer Seite engagiert und sich für ihre Belange einsetzt, die emanzipative bildungspolitische Forderungen in das parlamentarische System einbringt, die Vernetzung/ Organisierung von jungen Leuten unterstützt und vorantreibt und Perspektiven und Strategien über den Kapitalismus hinaus bietet.
Die LINKE hat nur eine (politische, demografische) Perspektive, wenn sie auch junge Menschen anspricht, begeistert, einbindet. Die LINKE braucht neue/n Mut, Kraft, Dynamik, Ideen!

Ideen& Handlungsperspektiven:

  • niedrigschwellige Angebote für junge Leute an der (Berufs-) Schule, Uni, im Betrieb anbieten, 
    dabei Zeitmanagement der (Berufs-) Schüler_innen& Studierenden beachten -> Mitmach-Partei
  • Reformforderungen mit systemischer Kritik verknüpfen, für Alternativen eintreten
  • die LINKE muss organischer Bestandteil von Bewegungen sein, Anschlussfähigkeit herstellen
    Fachbereich, alternative Lehrangebote, Schüler_innen- und Studierendenvertretung, Nachhilfestrukturen, Jugendarmut und -arbeitslosigkeit, Migrant_innen)
  • Aktivierung von Symphatisant_innen nach Aktionen o.ä.
  • langfristige Perspektive der politischen Arbeit anbieten
  • keine Trennung zwischen Aufbau der Partei und Jugendverband/Studierendenverband
  • bessere Kooperation& Vernetzung, z.B. durch gegenseitige Einladungen zu Veranstaltungen, gemeinsam Projekte/Kampagnen organisieren
  • nicht nur reden, sondern auch handeln
  • Parteipraxis: Partei als organisches Wesen, nicht als "Apparat", ehrenamtliche Arbeit mehr schätzen und aufbauen
  • Politikverständnis/ Inhalte/ Programmatik der LINKEN Berlin kritisch überprüfen, Inhalte sollten in einem gemeinsamen Prozess erstritten werden

 
3. Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen jungen Menschen und Partei/Gremien& Verbesserungsvorschläge

Ideen:

  • regelmäßiger Austausch zwischen Landespartei& allen Jugendstrukturen -> LjS, SDS, Jugend-BOs, Netzwerk ( über Mails, Facebook, Artikel, Veranstaltungen)
  • breite Beteiligung (nicht nur LSPR, sondern auch Dialog zwischen Basisgruppen, BOs& Landespartei), flache Hierarchien, gegenseitige Wertschätzung
  • Politikarenen: Berlin Plena, LVV, LaVo, LAGs, Basisgruppen und -organisationen
  • gemeinsame Kampagnen (Dresden nazifrei = positives Beispiel) -> Zusammenwachsen

 
Diskussion

  • im Abgeordnetenhaus-Wahlkampf waren viele junge Menschen nicht motiviert, die Landespartei zu unterstützen: maßgeblich wegen der politischen Inhalte& Praxis von 10 Jahren Rot-Rot
  • Piraten sind schneller und transparenter, ermöglichen Beteiligung
  • wenig gegenseitige Kenntnis von Problematiken/Themen bei Studierenden und Schüler_innen, Schulprobleme (Finanznot) seit 20 Jahren weitgehend unverändert
  • Linkspartei in Berlin (für jüngere Menschen) wenig wahrnehmbar hinsichtlich politischer Initiative, junge Menschen engagieren sich in Bewegungen wie Bildungsstreik, der u.a. von LjS/ SDS initiiert und getragen wurde
  • Projektgruppen gründen zu speziellen Themen, könnte Partizipation von Jüngeren erhöhen
  • aktuell kaum Verbindung von Studierenden zum Landesverband Berlin
  • bildungspolitische Themen für LINKE als wichtigeres Thema etablieren, größere Offenheit für Impulse aus Protestbewegungen nötig -> dafür Räume schaffen
  • organisatorische und inhaltliche Diskussion kaum zu trennen
  • Schüler_innen immer stärker unter Druck, wie politische Aktivität organisieren, um dem gerecht zu werden?, kaum Zeit für regelmäßige Treffen
  • "Mitmachpartei", was bedeutet das konkret? Für Studierendenverband: Wie Anprechpartner auf Fachschaftsebene werden, für z.B. mainstream-kritische Inhalte? Schulstruktur, wie dort vor Ort an die Menschen heran? Nachhilfe etc.
  • Jugendarmut/Jugendarbeitslosigkeit zu wenig thematisiert durch Partei, zu wenig Einfluss bei MigrantInnen, zu wenig Einbindung von bzw. Kümmern um Neumitgliedern in F'Hain
    ? generelles Problem, stärkere Aktivierung notwendig
  • Außenwahrnehmung von SDS/ LjS? Was kann besser gemacht werden (Kommunikation, …)?
  • Freiraum für Dissens innerhalb der Partei notwendig; objektive beiderseitige Abhängigkeit
  • Konflikt bzgl. des neuen Netzwerks junger Genoss_innen (Initiierung, Finanzierung, Informationspolitik) -> konstruktive Lösung finden
  • wie wurde die rot-rote Regierungszeit im Bildungsbereich wahrgenommen (weiterführende Schulen, Gemeinschaftsschulen, Brandbriefe an Zöllner etc.)?
  • Verhältnis von LjS/ SDS mit dem LaVo in der Vergangenreich konfliktreich
  • Gibt es seitens des LaVo wirkliches Interesse? LaVo hat kein "Jugendkonzept"
  • auf Seiten des Jugend- und Studierendenverbandes bestehen unter einzelnen Mitgliedern Vorbehalte gegenüber Parteien, nach wie vor besteht gefühlt eine Form der Konfrontation zwischen dem LaVo und dem Jugend- und Studierendenverband
  • Studierendenverband hat sich leider nicht in die Arbeit des LaVo eingebracht
  • innerparteiliche Kritik muss ernst genommen werden,
  • inhaltliche Auseinandersetzungen finden teilweise nicht solidarisch statt
  • Gefühl, dass Politik am Bürger vorbei gemacht wird, da im Wahlkampf die Themen Bildung, Kita, Rente kaum angesprochen wurden
  • beide Seiten müssen sich aufeinander zu bewegen, Betroffene müssen in den politischen Willensbildungsprozess mit einbezogen werden (Lehrer_nnen, ErzieherInnen, Schüler_innen, Eltern etc.)

Vorschlag:
Zum nächsten oder übernächsten Landesparteitag ein Papier von Jugend- und Studierendenverband einbringen, das fünf (oder weniger oder mehr) Vorschläge bzgl. der praktischen Zusammenarbeit mit dem LaVo beinhaltet

Frage: Wie schaffen wir es uns abzugrenzen gegenüber anderen linken Gruppen an der Schule oder Uni? Antwort: Gremienarbeit ist auch von Nöten, um die Leute dort abzuholen, wo sie stehen und positiver Parteibezug ist ein Alleinstellungsmerkmal

  • es darf kein Strömungskampf stattfinden, gegenseitiger solidarischer Umgang, auch bei kontroversen Auffassungen -> Personal muss dies vertreten, Bezug auf Grundsatzprogramm
  • Inhalt-und-Form-Problematik: In Berlin gibt es ein unterschiedliches Politikverständnis zwischen den Jugendstrukturen und dem LaVo

Vorschlag:
Kampagnen-Zusammenarbeit der verschiedenen Strukturen
Beispiel: Gemeinsamer Wahlkampf von SDS und LINKE Neukölln, auf gleicher Augenhöhe

  • Gemeinsame Projekte müssen "Synergieeffekte" freisetzen und eine Vernetzung der Aktiven voranbringen. Es muss eine inhaltliche Diskussion zwischen allen Aktiven stattfinden.
     

Teil 2:
Konkrete Aktivitäten/ Perspektiven der politischen Arbeit junger Menschen in und um die LINKE in den nächsten Wochen und Monaten

Beispiele von Aktionen von LjS& SDS Berlin

Was läuft/ Was steht an?

LAG Bildung& Schule:

  • Antrag an LPT zu "Inklusion"

SDS FU

  • 22. Mai VA mit Nicole Gohlke Bildungspolitische Sprecherin Linksfraktion, Elmar Altvater, Klaus Roth (Kürzungen im Otto Suhr Institut, Einbruch Lehrangebot)
  • 13.6. Wolfgang Neskovic (Rechtsterrorismus)

SDS HU

  • Krise (Blockupy, Foto-Ausstellung zu Griechenland, VA RLS)

LjS

  • Bundeswehr raus aus den Schulen, YOU-Jugendmesse (nicht nur zu Antimil.), 8.-10.6.
  • Gentrifizierung
  • Migration
  • Mobilisierung nach FFM 16.-19.5.
  • 20. Jahrestag Rostock, 25.8.

Peaceful Streetfighters

  • Gentrifizierung (Einsparungen bei Jugendclubs, Schließungen) in Mitte, Mauerpark
  • Kindersoldaten (Demo im Juni)

Die LINKE Berlin

  • Stadtpolitische Konferenz 9.6.
  • LPT 10.6.
  • Anti-Nazi Aktionen (Rostock...)

Lokaler Aktionsplan Pankow

  • Kinderfest am 9.6. (Anti-Nazi, Thor Steinar)

GEW

  • plant im Herbst größere Aktionen im Bereich Bildung

Themenkomplexe

  • Bildung(-sfinanzierung)
  • Gentrifizierung
  • Antifa

Vorschlag:
Projektgruppe zu konkreter Kampagne, in der alle Strukturen, Mitglieder, Aktive mitwirken können; möglicher Inhalt: Bildung im Hinblick auf die von der GEW geplanten Proteste im Herbst