Zurück zur Startseite
26. April 2013LAG Kultur

LAG Kultur der LINKEN fordert die Sicherung und eine kulturelle Nutzung für das Galeriegebäude Marzahner Promenade 13

Die Berliner Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Kultur der Partei DIE LINKE hat sich in ihrer Beratung am 26. April 2013 u.a. mit dem Galeriegebäude Marzahner Promenade 13 befasst. Dazu formulierte sie die nachfolgende Stellungnahme:

Als eines der ganz wenigen Bauwerke für die Bildende Kunst entstand 1988 bis 1990 im Herzen der Großsiedlung Marzahn am Marzahner Tor das Ausstellungshaus Marzahner Promenade 13. Nach der Kunsthalle in Rostock war dies der zweite und letzte Neubau, der in der DDR für die Bildende Kunst errichtet wurde. Das Galeriegebäude Marzahner Promenade 13 trug mit seinen zwei Geschossen und seiner Öffnung zum Stadtraum den damaligen Vorstellungen von einer kommunalen Galerie Rechnung. In seiner architektonischen Formensprache leistet es einen eigenständigen Beitrag zur Postmoderne in der Architektur. Nach dem Abriss der Geschäftsbauten am Marzahner Tor zugunsten der »Eastgate«-Shoppingmall ist das Galeriegebäude Marzahner Promenade 13 zusammen mit dem Freizeitforum Marzahn das letzte der ursprünglich für die Promenade geschaffenen Gesellschaftsbauten. Beide von dem anerkannten Architekten Prof. Wolf Rüdiger Eisentraut entworfenen Häuser prägt eine Offenheit und auf Kommunikation ausgerichtete Raumbildung. Ihnen steht deshalb eine besondere kultur- und architekturhistorische Bedeutung zu. Nach seiner Eröffnung 1990 erfuhr das Galeriegebäude Marzahner Promenade 13 keinen baulichen Unterhalt. In der Folge kam es zu Mängeln, sodass das Gebäude im Frühjahr 2012 nach Ausfall der Heizung geschlossen wurde. Die an diesem Standort traditionelle »Galerie M« musste in ein leer stehendes Ladenlokal umziehen. Die Zukunft des Bauwerks ist ungewiss und es droht sogar der Abriss. Damit würde ein weiteres bedeutendes Dokument der jüngeren deutschen Architekturgeschichte und ein integraler Bestandteil der Marzahner Promenade verloren gehen. Der Verfall des Gebäudes ist ein eindrückliches Dokument für den drohenden Verlust einst geschaffener Werte und zeugt von einem fehlenden Bewusstsein für unser kulturelles Erbe. Damit werden aber nicht nur kulturelle Leistungen vorschnell aufgegeben, sondern auch zukünftige Potenziale für die Öffentlichkeit sowie die Kunst und Kultur ausgeschlossen.

Um diesem drohenden Verlust eines beachtenswerten Kulturerbes entgegen zu treten, fordert die LAG Kultur für das traditionelle Galeriegebäude Marzahner Promenade 13 die dringende bauliche Sicherung und die Beibehaltung einer künstlerischen und kulturellen Nutzung des Gebäudes.

Die LAG Kultur empfiehlt dem Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf dringlich, für das Galeriegebäude Marzahner Promenade 13 eine Unterschutzstellung als ein Baudenkmal zu erlangen. Dies wäre ein erster wichtiger Schritt für eine Rettung des Standortes Marzahner Promenade 13.