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7. April 2016

Eindrücke von der Bundesfrauenkonferenz 5. und 6. März 2016

Von den Mitgliedern der LAG Linke Frauen beim Landesvorstand Berlin wurde die Bundesfrauenkonferenz mit großen Erwartungen verbunden. Wir hatten uns im Vorfeld entschieden an 2 Workshops teilzunehmen. Diese Entscheidung war gar nicht so einfach, da alle Themen sowohl am Vormittag als auch am Nachmittag von großem Interesse waren. Angenehm war, daß ohne große Referate sofort in die Arbeitsthemen eingestiegen wurde.

Die Themen am 5.3. in den Vormittagsstunden befassten sich mit dem Thema »Flüchtlinge in Deutschland«. Uns hat besonders die Thematik des Workshop 5 – »Falsche Opfer, falsche Täter« – interessiert. Hier ging es im 1. Teil um Argumentationen gegen rechte Auffassungen und im 2. Teil um Hilfe für die Opfer über die kaum gesprochen wird. Leider war die Zeit, wie immer, viel zu kurz, um alle wichtigen Aspekte zu beleuchten.

Am Nachmittag sind wir in den Workshop 2 »Frauenstruktur und Gleichstellungsinstrumente« in unserer Partei gegangen. Hier wurde nach eingehender Diskussion zum Ist-Zustand der feministischen Arbeit in unserer Partei und dessen Ausstrahlung sowie über einen Antrag an die Bundesfrauenkonferenz der Linken eingehend diskutiert. Es geht in diesem Antrag um die Weiterentwicklung und Vernetzung der Frauenstrukturen in unserer Partei, die in einem Satzungsantrag an den Bundesparteitag 2017 münden soll.

Sowohl über den Ist-Zustand als auch zum Antrag wurde lebhaft und durchweg einhellig diskutiert. Alle anwesenden Genossinnen halten entsprechende Maßnahmen für sinnvoll. Es wurde aber auch unmißverständlich gesagt, daß die bereits gebildeten Strukturen in den Ländern sich nicht, wie oft in der Vergangenheit, gegenseitig bekämpfen sollten. Sondern sie müssen eng und kameradschaftlich miteinander umgehen müssen. Und sie müssen in ihrem Bemühen auch wahrgenommen werden. Wir hoffen, dass die Arbeitsgruppe bei Katja Kipping uns allen bald eine entsprechende Diskussionsgrundlage vorlegen kann, der Bundesparteitag dem Antrag zustimmt und alle Mitglieder unserer Partei, dabei meinen wir, nicht nur die Frauen diese mit Leben erfüllt.

Es gibt aber auch einige kleine, nicht so positive, Anmerkungen zu dieser Bundesfrauenkonferenz. Es hat uns sehr erstaunt, wie klein die Gruppe der Genossinnen war, die an dieser für uns alle so wichtigen Konferenz teilgenommen hat. Von den Berliner Frauen waren nur sehr wenige anwesend. Zu erklären ist dies vielleicht mit den an diesem Tag ebenfalls stattgefundenen Arbeitskonferenzen einiger Parteistrukturen in Berlin. Wir sind von einer solchen Art der Terminabsprache und der Wahrnehmung der Frauenarbeit nicht gerade erbaut. Auch wenn es in diesem Jahr in einigen Ländern Wahlen gibt und diese vorbereitet werden müssen.

Es kann nicht sein, wenn einmal im Jahr Bundesfrauenkonferenz ist, die Frauen nicht teilnehmen können, da sie auf anderen Konferenzen oder Veranstaltungen gefordert werden. Das entspricht nicht unserer Auffassung von einer feministischen Partei und der damit geforderten Rücksichtnahme auf unsere Belange als Frauen. Unsere Vorgängerinnen wären nach langen Jahren des Kampfes über den Ist-Zustand sehr enttäuscht. Wir müssen wieder stark werden, um andere Frauen für uns und unsere Partei zu begeistern. Also fangen wir endlich schnell und ohne wenn und aber damit an.

Petra Weitling, Irina Hirseland, Heidi Bothur