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10. April 2012Dargmar Pohle

50 und älter in Marzahn-Hellersdorf

Dagmar Pohle (DIE LINKE) ist
Stellv. Bezirksbürgermeisterin
von Marzahn-Hellersdorf

Bereits zum vierten Mal wurde zu Beginn einer Legislaturperiode der Bezirksverordnetenversammlung und des Bezirksamtes Marzahn-Hellersdorf (vor 2000 jeweils in Marzahn und in Hellersdorf) eine Sozialstudie vorgelegt, die die soziale Lage und die subjektiven Befindlichkeiten der ab 50 Jahre alten Menschen in Marzahn-Hellersdorf empirisch erhebt und damit die Grundlage für die bezirkliche Altenplanung der Legislaturperiode legt. Damit liegen umfangreiche Befunde des demographischen Wandels über mehr als 15 Jahre in unserem Bezirk vor, die sowohl erkennen lassen, welche Ergebnisse im Rahmen der kommunalen Altenplanung und der bezirklichen Kommunalpolitik erzielt worden sind und werden können, die aber auch deutlich machen, welchen Einfluss gesellschaftliche Veränderungen und bundesgesetzliche Regelungen auf die Lebenswirklichkeit einer Altersgruppe haben und welche Erwartungen die älteren Bürgerinnen und Bürger an ihr Leben im Bezirk und insgesamt haben.

Durch den demografischen Wandel ergibt sich auch in unserem Bezirk, auch wenn erstmalig wieder die Bevölkerungszahl gestiegen ist und viele jüngere Familien mit Kindern in den Bezirk ziehen, eine drastische Veränderung der Altersstruktur. Um dieser Entwicklung und den Bedürfnissen der stetig steigenden Anzahl älterer, im Alter aktiver, zunehmend aber auch pflegebedürftiger Menschen gerecht zu werden, ist eine Altenplanung und eine damit eng verbundene Koordination der kommunalen Altenarbeit auf Bezirks- und Stadtteilebene notwendig.

Es ist unbestritten, dass die heutige Generation der Seniorinnen und Senioren aktiv und selbstbewusst am gesellschaftlichen Leben teilnimmt, dass sie oft rüstig und lebensbejahend ist. Gleichzeitig vollzieht sich auch ein Wandel in den Hilfebedarfen und Angeboten, die Herausforderungen an die Kooperation und Zusammenarbeit von kommunalen, frei gemeinnützigen und privaten Anbietern und Partnern der Seniorinnen und Senioren wächst. Ebenso deutlich zeigt sich aber auch, dass die soziale Schere auch in Marzahn-Hellersdorf immer weiter auseinandergeht. Die Renteneinkommen sinken tendenziell. Ca. die Hälfte der unter 65 Jährigen war in den letzten 20 Jahren ein- oder mehrmals erwerbslos, was sich auf ihre Alterseinkommen negativ auswirken wird. Auch darauf müssen wir uns mit der Gestaltung der sozialen Infrastruktur einstellen.

Die Studie „50 und älter in Marzahn-Hellersdorf“, die vom Sozialwissenschaftlichen Forschungszentrum erstellt worden ist, ist im Internet unter www.marzahn-hellersdorf.de veröffentlicht.