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21. August 2013 Linksfraktion Berlin

Alex braucht neues Denken

Der Stadtraum, von dem die Rede ist, umfasst den Alexanderplatz mit den angrenzenden Straßen: Alexanderstraße, Grunerstraße, Otto-Braun-Straße, Mollstraße und Karl-Liebknecht-Straße. Würden die dort vorgesehenen Hochhäuser entstehen, wäre die Sicht auf den Fernsehturm verstellt. FÜR BERLIN.

Alexanderplatz: Neue Planung nötig

Seit 1993 gibt es einen umstrittenen Hochhausplan für den Berliner Alexanderplatz. Wir haben damals schon – noch als PDS-Fraktion im Abgeordnetenhaus – Einspruch gegen das Konzept erhoben. Es missachtet grob den Gebäudebestand und das städtebauliche Erbe an diesem Ort. Jetzt wird es endlich stadtweit infrage gestellt.

Bereits der Umbau des Kaufhauses und die stark kritisierten Neubauten des Einkaufszentrums Alexa und eines Geschäftshauses auf dem Platz waren weit reichende Eingriffe. Der Plan konnte all die Jahre eine blockierende Wirkung auf die weitere Gestaltung des Stadtraums entfalten. Für die 1999 konzipierten zehn Hochhäuser gab es jahrelang keine Investoren.

Jetzt hat ein Unternehmer angekündigt, an der Alexanderstraße in die Höhe zu bauen. Seitdem ist eine neue Debatte über die Planungen rund um den Alexanderplatz entbrannt. Aus Sicht der Fraktion DIE LINKE ist sie auch dringend erforderlich.

Hochhäuser nur dort, wo sie passen

Die Fraktion DIE LINKE wendet sich nicht gegen neue Hochhäuser am Alexanderplatz, fordert aus stadtgestalterischen Gründen aber, auf einige Hochhausstandorte unbedingt zu verzichten. Auch sollten die Gebäude weniger hoch sein als die bisher geplanten 150 Meter.

Die Bebauungspläne müssen so geändert werden, dass erhaltenswerte Gebäude stehen bleiben. Maßstab ist, dass die Hochhäuser den Stadtraum städtebaulich und architektonisch verbessern helfen. Das gilt zum Beispiel für den Kreuzungsbereich Alexanderstraße/Karl-Marx-Allee/Otto-Braun-Straße.

Mit städtebaulichen Gutachten und Wettbewerben muss eine hohe Qualität für die künftige Entwicklung sichergestellt werden. Denn die benachbarten Hochhäuser - das Haus des Lehrers und das Haus des Reisens - sind gelungene Zeugnisse des DDR-Städtebaus. Sie müssen erhalten und dürfen in ihrer Wirkung nicht beeinträchtigt werden.

Das Hotelgebäude soll mit seinen knapp 130 Metern das zweithöchste Gebäude nach dem Fernsehturm bleiben. In dessen Nachbarschaft und bei der vorhandenen Umbauung halten wir Ergänzungen und Verbesserungen für wünschenswert.

Fernsehturm nicht verbauen

Die geplanten Hochhäuser, die unmittelbar die Sicht auf den Fernsehturm verstellen würden, sollen entfallen.
Der Fernsehturm ist ein markantes Wahrzeichen der Stadt im Blickpunkt wichtiger städtischer Achsen, zum Beispiel der Karl-Marx-Allee, das durch falsch platzierte und zu hohe Gebäude nicht visuell entwertet werden darf.

Guter Zeitpunkt für Korrekturen

Der Alexanderplatz ist und bleibt einer der wichtigsten Stadtplätze Berlins. Dem muss durch eine neue Planung Rechnung getragen werden. Der SPD-CDU-Senat, das Abgeordnetenhaus und der Bezirk Mitte sind aufgefordert, die Bebauungspläne dem veränderten Bedarf anzupassen.

Da die gesetzlichen und vertraglichen Fristen für die bisherigen Planungen abgelaufen sind, können die Eigentümer keine Entschädigungsansprüche stellen – ein guter Zeitpunkt, Fehler der alten Planung aus den 1990er Jahren zu korrigieren. Die Fraktion DIE LINKE im Abgeordnetenhaus gibt mit ihren parlamentarischen Initiativen (Drucksache 17/1032) dafür konkrete Denkanstöße.

Auszug aus dem Antrag der Fraktion DIE LINKE vom 30. Mai 2013

Entwicklungsblockade beenden und Bebauungspläne für den Alexanderplatz ändern (Drucksache 17/1032)

Das Abgeordnetenhaus wolle beschließen:

Der Senat wird aufgefordert, die Planungen für den Alexanderplatz grundlegend zu überprüfen, (...). Für die Neufassung der Bebauungspläne gelten folgende Maßgaben:

  1. Zur Abstimmung der Planung für das sog. Hines-Hochhaus (Baukörper D 4 im B-Plan I- B4a) ist vor der erforderlichen Änderung des B-Planes ein städtebauliches Gutachten in Auftrag zu geben, das den Kreuzungsbereich Alexanderstraße/Karl-Marx-Allee/Otto-Braun-Straße mit den benachbarten Bestandsgebäuden Haus des Lehrers und Haus des Reisens umfasst. Dabei kann weiterhin ein Hochhaus vorgesehen werden, die Höhe ist im Ergebnis des städtebaulichen Gutachtens zu reduzieren, die Art der Nutzung ist zugunsten eines hohen Wohnanteils zu ändern.
  2. Im B-Plan I-B4a ist der Hochhausstandort im Bereich Kaufhof (Baufeld D7), im B-Plan I-B4d im Bereich Alexa (Baufelder E1 und E2) aufzugeben. (...)

(...) Dem Abgeordnetenhaus ist bis zum 1. November 2013 zu berichten.