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21. Oktober 2012

Beschluss 12 / 1 / 4

4. Landesparteitag • 1. Tagung

Hitlers Machwerk »Mein Kampf« gehört an keine Schule

Am 15. Oktober 2012 widmete die B.Z. dem Ausspruch eines Berliner Schuldirektors eine ganze Seite. Der hatte gesagt: »Man muss Hitlers Argumente kontern« und will »Mein Kampf« im Unterricht (ab der 11. Klasse) benutzen.

Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) erklärte hingegen: »Das Machwerk darf nicht als Ganzes auf dem Tisch der Schüler landen...«. Die B.Z., die sich selbst als »Berlins größte Zeitung« bezeichnet, schlägt sich faktisch auf die Seite des Schuldirektors. In einem Kommentar von Lukas Hermsmeier wird des Direktors Forderung als mutig und richtig bezeichnet und jedermann erfährt in einem Textkasten, dass der »Besitz des Buches ... nicht verboten« ist. »Wie krank Hitlers Gedanken waren«, kommentiert Lukas Hermsmeier, »versteht man aber am besten, wenn man sie ungefiltert liest.« Merkwürdigerweise hat das von 1925 bis 1933 und zwischen 1933 und 1945 so gar nicht funktioniert.

»Mein Kampf« ist in Worte geronnenes, pures Gift, ist der blanke Hass. Dieses »Buch« lebt von Behauptungen, die nachweisbar allein verbrecherischen Zielsetzungen dienen. Nicht nur der das Machwerk durchdringende mörderische Antisemitismus legt davon Zeugnis ab. Dass man solcherart verbrecherischer Demagogie kaum argumentativ begegnen kann, finden wir spätestens in Margarete und Alexander Mitscherlichs Werk »Die Unfähigkeit zu trauern«. Hitlers durchweg demagogischen »Argumente« sind aufhetzend und befördern nur eines: niederste Instinkte. Dabei bedient er sich nicht zuletzt der Schmähschrift »Die Protokolle der Weisen von Zion«. Wohl niemand in Deutschland – und das ist gut so – käme auf die Idee, diese im Original im Unterricht behandeln zu wollen. Halten der Schuldirektor und diejenigen, die seine Forderung mutig und richtig finden, Hitlers Hass-Erguss etwa für seriöser als die gefälschten Protokolle?

Der Berliner Landesparteitag der LINKEN lehnt die Forderung ohne Wenn und Aber ab, Hitlers Machwerk »Mein Kampf« an Schulen als Unterrichtslektüre einzuführen.