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25. November 2017

6. Landesparteitag • 3. Tagung

Antrag 11

Antragsteller*in:

BV Steglitz-Zehlendorf, Arbeitskreis Rote Beete (Friedrichshain-Kreuzberg)
 

DIE LINKE. Berlin zeigt, was geht:
Fair, gerecht, ökologisch und nachhaltig konsumieren

Der Landesparteitag möge beschließen:

DIE LINKE. Berlin setzt sich für einen sozial-ökologischen Umbau in Deutschland, Europa und der Welt ein. Dies wird erfolgreich vor allem durch die Setzung von Standards, Regelungen und Normen und der Eröffnung einer Perspektive jenseits kapitalistischer Konkurrenzwirtschaft erreicht. Die von uns angestrebte nachhaltige Entwicklung ist aber ohne eine entsprechende Ethik der Konsument*innen nicht realisierbar.

Der Landesvorstand DIE LINKE. Berlin wird in Kooperation mit der LAG Umwelt und unter Einbeziehung der Bezirksverbände einen Kriterienkatalog für Einkäufe, Veranstaltungen etc. der Partei DIE LINKE. in Berlin entwickeln, der sozial-ökologische Standards formuliert und der praktikabel ist. Das Ergebnis wird der Partei und der Öffentlichkeit auf dem nächsten Landesparteitag in geeigneter Weise vorgestellt und als verbindliche Regelungen zur Abstimmung gestellt.

Begründung

Unter dem Deckmantel der Globalisierung werden seit Jahrzehnten Produktionen oder Produktionsstufen in sogenannte Billiglohnländer ausgelagert. Für die Konsument*innen der Industrienationen soll dabei verborgen bleiben, dass die Herstellung ihrer Konsumgüter häufig unter Missachtung elementarer Menschenrechte und Umweltschutzauflagen stattfindet.

Schon heute bietet unser Einkaufsverhalten die Chance, Standards zu setzen und Produktionsverhältnisse zu kritisieren. Deswegen wollen wir, auch um glaubwürdig zu sein, nicht länger billig um jeden Preis einkaufen, sondern unseren Konsum an Kriterien ausrichten, die unsere sozialistisch-ökologische Kritik an den Produktionsverhältnissen offenbaren und die Menschen und Umwelt in den Mittelpunkt stellen:

  • Einhaltung der Menschenrechte, Verbot von Kinderarbeit und faire Arbeitsstandards (Berücksichtigung der ILO-Kernarbeitsnormen – u. a. Vereinigungsfreiheit und Recht auf Kollektivverhandlungen sowie transparente und unabhängige Kontrolle der Herstellungskette)
  • Existenzsichernde Entlohnung der Arbeiter*innen
  • Ökologische Aspekte und Nachhaltigkeit (Schutz der Arbeiter*innen im Produktionsprozess, Haltbarkeit des Produkts, Möglichkeiten des Recyclings, Regionalität, Umweltbelastungen und Ressourcenverbrauch entlang der Produktionskette)
  • Artgerechte Tierhaltung sowie Verzicht auf Gentechnik und umweltzerstörende Agrarchemie (beispielsweise Einhaltung des Rotterdamer Übereinkommens zur Chemikaliensicherheit).