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25. November 2017

6. Landesparteitag • 3. Tagung

Antrag 2

Antragsteller*in:

Landesvorstand
 

DIE LINKE in Berlin zur Mitmach-Partei entwickeln

Der Landesparteitag möge beschließen:

Mitgliederarbeit ausbauen

Die Mitgliederarbeit, also das gezielte Ermöglichen von Mitarbeit in unserer Partei, bekommt gerade angesichts kontinuierlich steigender Mitgliederzahlen eine besondere Bedeutung. Als Landespartei dürfen wir die Aktiven in den Bezirksverbänden mit dieser Aufgabe nicht allein lassen. Vielmehr muss es einen erhöhten Ressourceneinsatz auf der Landesebene geben, um die Mitgliederarbeit gemeinsam mit den Bezirken auszubauen.

Dazu gehört u.a.:

  • Neumitgliedertreffen auf Landesebene sollen zukünftig monatlich durchgeführt werden
  • Die AG Mitgliederarbeit beim Landesvorstand wird für alle Interessierten zur Mitarbeit geöffnet.
  • Aufbau eines Ehrenamtlichen-Pools, in dem Mitglieder mit spezifischen Fähigkeiten (Handwerk, Organisation, Veranstaltungsplanung, Gestaltung und Grafik etc.) gezielt angesprochen und geschult werden können und der allen landesweiten sowie bezirklichen Strukturen zugänglich ist.
  • Die Neumitgliederansprache im Landesverband wird professionalisiert und es werden mit den Bezirksverbänden gemeinsame Standards entwickelt, so dass jedes Neumitglied unabhängig von seinem Wohnort in gleicher Qualität begrüßt und eingebunden werden kann.
  • Wir haben viele Neueintritte von jungen Menschen im Alter bis 35 Jahre zu verzeichnen. Wir wollen diesen ein interessantes, attraktives Politikangebot unterbreiten und werden mit dem Jugend- und Studierendenverband, Jugend-BO-en und Bezirksverbänden entsprechende Formate ausprobieren.
  • Es wird eine offene Projektgruppe eingerichtet, die sich über einen längeren Zeitraum mit der Herausforderung unterschiedlicher Wahlergebnisse in Innenstadt und Außenbezirken beschäftigen soll. Unter Berücksichtigung von Organisationsgrad, Präsenz der Partei, Wahlergebnissen und spezifischen Milieus in den Kiezen sollen Vorschläge erarbeitet werden um Partei für die ganze Stadt und in allen Bezirken zu bleiben.
  • Es ist eine gemeinsame Aufgabe von Landes- und Bezirksverbänden, unsere Parteiarbeit so zu organisieren, dass die Mitarbeit aller Mitglieder vor Ort möglich gemacht wird und diese den sich verändernden Anforderungen der Mitgliedschaft gerecht wird.
  • Die Landesebene wird ein Mentoring-Programm für Frauen und Menschen mit Migrationshintergrund auflegen.
  • Verbesserung der Mitmach-Möglichkeiten für Mütter und Väter:

    • Bedarfsgerechter Ausbau des Angebots an Kinderbetreuung bei Parteiveranstaltungen und auch für Kinder unter drei Jahren.
    • Bei der Auswahl von Veranstaltungsorten achten wir nicht nur auf Barrierefreiheit, sondern auch auf Kinderfreundlichkeit (Raum für Stillen/Füttern, Wickelmöglichkeiten, Erreichbarkeit, ...)

  • Entwicklung für Mitmach-Möglichkeiten für Genoss*innen, die Care-Arbeit leisten und daher kaum Zeit für Präsenzveranstaltungen in der Partei aufbringen können. Dabei sollen verstärkt Online-Diskursangebote ausprobiert und genutzt werden.
  • Durchführung einer telefongestützten Mitgliederbefragung im Landesverband (nach dem Vorbild anderer Landesverbände) in Zusammenarbeit mit der Bundespartei um herauszufinden ob und wie die Parteiarbeit besser gestaltet werden kann um mehr Leute zum Mitmachen einzuladen.
  • Entwicklung von Formaten zum Kennenlernen und geselligen Austausch über Bezirksgrenzen hinweg im Sinne von Partei als »sozialem Raum« (z.B. »Stammtische«, Radtouren, Partys, Konzerte, Info-Abende, ...)
  • Die Landesebene wird gemeinsam mit den Bezirksverbänden ein Konzept für Politische Bildung entwickeln.

Inhaltliche Weiterentwicklung

Trotz Beteiligung am Senat, dürfen wir als Partei nicht bei den Vereinbarungen des Koalitionsvertrages stehen bleiben. Wir müssen gemeinsam mit interessierten Akteuren der Stadtgesellschaft unsere inhaltlichen Vorschläge für die Politik in Berlin weiterentwickeln.

Dazu wollen wir folgende Dialogformate umsetzen:

  • Die Basiskonferenzen werden fortgeführt und sollen der Debatte und dem Austausch über den Umsetzungsstand der Koalitionsvereinbarung sowie Erfolge und Probleme für DIE LINKE dienen.
  • Zusätzlich werden inhaltliche Ratschläge nach dem Vorbild des Mietenpolitischen Forums aus 2015 mit Vertreter*innen von Partei, Fraktion und stadtpolitischen Initiativen durchgeführt. Die Ergebnisse sollen der programmatischen Weiterentwicklung dienen. Mögliche Themen könnten sein: Mieten, Krankenhaus/Pflege/Gesundheit, Digitalisierung, Seniorenpolitik, Innen-/Sicherheitspolitik, ...)

Interne Kommunikation

Eine Erfahrung des ersten Jahres r2g ist, dass wir als Partei einen ungleich höheren Kommunikationsaufwand feststellen als zu Oppositionszeiten. Es reicht aber nicht aus, wenn sich lediglich der Landesvorstand regelmäßig mit der Politik im Senat beschäftigt. Wichtig ist, dass unsere Mitglieder in der Lage sind, sowohl unsere Erfolge und konkreten Verbesserungen als auch die aktuellen Probleme offen gegenüber Freunden, Familie und Nachbarn zu kommunizieren. Dazu brauchen wir eine Evaluation und Entwicklung von Formaten (online und offline) zur besseren und frühzeitigen Information der Parteibasis über anstehende Entscheidungen der Landespolitik.

Externe Öffentlichkeitsarbeit

Die Formen und Anforderungen politischer Kommunikation ändern sich laufend. Der Landesvorstand soll dazu eine Konzeption entwickeln und mit den Bezirksverbänden beraten. Dabei wollen wir ein besonderes Augenmerk auf den Aufbau und die Verbreitung unserer Inhalte über eigene Kanäle und hier vor allem die Online-Kommunikation legen.