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LAZ | Ausgabe Mai 2002, Seite 2

An- und Absichten der Kandidatinnen

Petra Pau
Sie will mit einer gestärkten PDS-Bundestagsfraktion im Rücken in Auseinandersetzung mit den Law-and-order-Politikern anderer Parteien brauchbare Konzepte zur öffentlichen Sicherheit in die gesellschaftliche Debatte bringen. Die PDS trete an als Partei der sozialen Gerechtigkeit, des Friedens und der Einigung von Ost und West – da sei gerade in der Ost-West-Stadt Berlin jede Stimme für sie ein Signal zur Vollendung der Einheit.

Bärbel Grygier
Umweltpolitik an der Schnittstelle zu einem konsequenten Friedenskurs, die Verhinderung weiterer Schritte zu einer Zwei-Klassen-Medizin und Teilhabe an der notwendigen Diskussion über die Hauptstadtfunktion Berlins setzt sie sich als Schwerpunkte. Letztere will sie auch führen unter dem Gesichtspunkt einer möglichen Fusion Berlin-Brandenburgs bei einer Landeshauptstadt Potsdam.

Gesine Lötzsch
Auf ihre Erfahrungen im Abgeordnetenhaus will sie auch im Bundestag zurück greifen: Europa-Politik und internationale Zusammenarbeit, Medien-Politik, die gerade durch die Kirch-Pleite neue Aktualität gewonnen hat und zur Stärkung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks führen soll, und die Verbesserung der Position Berlins im Bundestag stehen auf ihrer Prioritätenliste.

Sandra Brunner
Die mit 26 Jahren jüngste Kandidatin auf den Spitzenplätzen der Landesliste will sich vor allem für Bildungsgerechtigkeit einsetzen. Die Pisa-Studie habe überaus deutlich gezeigt, dass Chancenungleichkeit bei Bildung und Wissen vielen Kindern bereits in die Wiege gelegt werde und so ihren weiteren Lebensweg entscheidend behindere. Dies zu ändern, sei eine Kernfrage sozialer Gerechtigkeit.

Evrim Baba
Um die Lage von Menschen nichtdeutscher Herkunft, die sich seit Jahren dramatisch in allen Bereichen verschlechtert hat, will sie sich vorrangig kümmern. Ein weiterer Schwerpunkt ist die hohe Arbeitslosigkeit insbesondere bei Frauen. Dass die PDS gegenwärtig noch kein Mitglied des Bundestages nichtdeutscher Herkunft habe, sei ein Zustand, der sich auf jeden Fall ändern müsse.