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landesinfo | Ausgabe Oktober 2002, Seite 1

Für die PDS im Bundestag

Zu zweit – und doch nicht allein

Petra Pau: Kopf hoch, nicht die Hände!

Wenn ein ambitionierter Radfahrer das gesetzte Zeitlimit überschreitet und aus dem Rennen genommen wird, dann liegt es fast immer an ihm und nicht am schlechten Wetter, am holprigen Pflaster oder am aufgebrachten Publikum. Deshalb: Die PDS hat eine sehr weitreichende Wahlschlappe – nein, nicht erlitten, sondern – vollbracht.

Es lohnt nicht, die Ursachen über Gebühr beim Flut-Wasser oder bei unliebsamen Medien zu suchen. Schon gar nicht bei den Wählerinnnen und Wählern. Das ist keine Analyse, sondern ein Vor-Wort für ein übernötiges Nach-Denken.

Am meisten hat mich bewegt, wie die vielen PDS-nahen Jugendlichen, die mit uns um ein besseres Ergebnis gekämpft haben, fast weinten.

Genau dagegen will ich ermutigen: »Kopf hoch, nicht die Hände!« Wobei mein Credo bleibt: Die PDS hat nur als moderne sozialistische Bürgerrechts-Partei eine bundesweite Chance.

Ich danke allen, die mit uns gekämpft haben und umso mehr enttäuscht sind. Und allen, die uns gewählt und Erwartungen haben, allemal in Marzahn-Hellersdorf.

Es wird für Gesine Lötzsch und mich viel, viel schwerer als bislang sein, die Ideen und Angebote der PDS zu verkörpern. Wir beide wollen es, mit besten Kräften: für einen Politikwechsel, hin zu mehr sozialer Gerechtigkeit, für Frieden im Innern und Äußeren und für eine wirkliche Vereinigung.

Gesine Lötzsch: »Mit dem Gesicht zum Volke« (*)

Meinen Wählerinnen und Wählern und den Wahlkämpferinnen und Wahlkämpfern gilt mein herzlicher Dank. Damit ich mich auch – zumindest bei einigen von ihnen – persönlich bedanken kann, habe ich wenige Tage nach der Wahl auf der Straße Äpfel mit meiner neuen E-Mail-Adresse und Telefonnummer verteilt. Warum? Weil wir zeigen müssen: Wir sind da, die Stimme für die PDS war nicht umsonst, wir geben nicht auf, wir arbeiten weiter, wir suchen das Gespräch – und wir stehen auch außerhalb des Wahlkampfes früh auf.

Wir haben kein Recht, jetzt in Depressionen zu verfallen und unsere Wunden zu lecken. Ja, wir müssen über die Ursachen für unsere Niederlage nachdenken. Aber wir müssen auch das leben, was immer unsere Stärke war: Bürgernähe, direkte Ansprechbarkeit, Kenntnis der Probleme vor Ort.

Christa Luft, die bisher den Wahlkreis Lichtenberg im Bundestag vertreten hat, hielt immer engen Kontakt zu den Bürgerinnen und Bürgern – und vertrat engagiert eine Vielzahl bundespolitischer Thema. Daran möchte ich anknüpfen. Allerdings wird es wesentlich schwerer.

In den letzten Tagen haben mir viele Menschen Unterstützung bei meiner Arbeit zugesagt. Dies werde ich brauchen. Denn ich habe ein Ziel: den Wiedereinzug der PDS in Fraktionsstärke bei der nächsten Bundestagswahl vorzubereiten.

(*) Zitat: Liedermacher Gerhard Schöne