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landesinfo | Ausgabe Februar 2003, Seite 4

23. Januar

SPD-PDS Geschichtsforum

»Erstmals gemeinsames SPD/PDS-Geschichtsforum« meldete am 23.01. die Nachrichtenagentur ddp. Eine gemeinsame Premiere also zweier Parteien, die jahrzehntelang im Dauerzwist lagen.

Der Festsaal des Abgeordnetenhauses platzte aus allen Nähten. Über 250 Interessierte waren gekommen. Geladen hatten Bildungseinrichtungen beider Parteien, das August-Bebel-Institut und die Rosa-Luxemburg-Stiftung. Anlass bot der 70. Jahrestag der Machtübergabe an die Nazis am 30. Januar 1933.

Der Journalist Alfred Eichhorn (InfoRadio) eröffnete die Debatte. Auf dem Podium diskutierten die Historiker Prof. Dr. Klaus Kinner , Prof. Dr. Heinrich August Winkler und die Politiker Walter Momper (SPD) und Lothar Bisky (PDS), die Frage »War Hitler vermeidbar?«. Ein brisanter Stoff, denn das Gegeneinander von KPD und SPD seinerzeit hatte das Nazi-Regime begünstigt. Der Diskussionsbogen wurde weiter gespannt. Vom Verhältnis der KPD zum Parlamentarismus, über die Rolle beider Parteien in der Weimarer Republik, bis zur Gefahr revolutionärer Rechthaberei. Aktuelle Fragen wurden aufgeworfen, etwa nach der Gefahr rechtspopulistischer Bewegungen in Europa und deren Verharmlosung durch CDU-Politiker, wie Brandenburgs Innenminister Schönbohm.

Danach sprach mich eine Dame an: »Das war wichtig. Wir müssen über die Geschichte unbedingt weiter reden.«. »Das«, versicherte ich ihr, »hat der PDS-Parteitag beschlossen«.

Lesetipp: Erklärung der Historischen Kommission der PDS zum 70. Jahrestag des Machtübergabe an die Nazis > siehe www.pds-online.de.


Carsten Schatz