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landesinfo | Ausgabe Juni 2004, Seite 4

6. Juni 1944 – Landung in der Normandie

»Dies ist die Schlacht um Frankreich und es ist die Schlacht Frankreichs!«
(Charles de Gaulle, 6. Juni 1944)

Bereits am Abend des 2. Juni 1944 erhielt der französische Widerstand in der Region Bordeaux einen entscheidenden Hinweis: In einer verschlüsselten Nachricht der BBC, die in Frankreich nur heimlich empfangen werden konnte, wurde die Resistance instruiert, die Invasion der West-Alliierten in der Normandie vorzubereiten. Die Operationen der Widerstandskämpfer in der Aquitaine – unter anderem die Zerstörung der Eisenbahn-verbindungen im Umkreis von 200 Kilometern – sollten den Vormarsch der im Südwesten stationierten deutschen Truppen zum Ort der Landung so weit wie möglich aufhalten.

Als drei Tage später die zweite Botschaft aus London über verbotene Radiowellen die Frauen und Männer erreichte, die seit dem Beginn der deutschen Besatzung ihren Widerstand gegen den deutschen Faschismus aufrechterhalten hatten, liefen die Manöver der Verbündeten aus 15 Staaten an der französischen Atlantikküste bereits auf Hochtouren. Allerdings wären sie beinahe an den ungünstigen Wetterbedingungen gescheitert. Denn die vornehmlich aus den USA, Großbritannien und Kanada rekrutierten Truppen planten die Invasion – anders als von den deutschen Besatzern erwartet – nicht in den großen Häfen. Dementsprechend unvorbereitet waren Hitlers Soldaten, als sich das Wetter doch noch besserte und die Alliierten in der Operation Overlord zwischen Cherbourg und Caen an unbefestigten Stränden landeten.

Die alliierte Landung in der Normandie ging einher mit der Mobilmachung des gesamten französischen Widerstandes. In der Region Bordeaux wurden die in Scheunen, Tabakdarren, Weinkellern und Grotten versteckten Waffen verteilt, Telefonverbindungen der deutschen Besatzer wurden ebenso zerstört wie Schienen, Eisenbahnbrücken und Bahnhofsdepots.

Die Resistance – Frauen und Männer, Kommunisten, Gewerkschafter und Christen – leistete hier, wie überall in Frankreich in den Sommermonaten des Jahres 1944, einen entscheidenden Beitrag, um Europa vom Hitler-Faschismus zu befreien. So wie es de Gaulle in seiner Ansprache gefordert hatte:

»Für die Kinder Frankreichs, wo sie auch seien, wer sie auch sind, ist es eine schlichte und heilige Pflicht, zu kämpfen mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln.«


Natalie Rottka