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landesinfo | Ausgabe September 2004, Seite 2

Kita und Schule in Bewegung!

Unlängst hat Bildungssenator Böger das »Berliner Kita-Bildungsprogramm« vorgestellt. Das ist ein wichtiger Schritt auf dem Wege der Anerkennung von Kitas als Bildungseinrichtungen.

Die Erarbeitung dieses Bildungsprogramms geht auf eine Initiative von PDS und SPD im Berliner Abgeordnetenhaus zurück und ist Teil eines ganzen Reformpakets zur Stärkung der vorschulischen Bildung, Erziehung und Betreuung. Dabei ist die Handschrift der PDS deutlich erkennbar. Für die PDS war stets unstrittig, dass Bildung nicht erst mit der Schule beginnt und dass eine Kita viel mehr sein muss als eine reine Betreuungseinrichtung. Und es war uns auch klar, dass ein guter Kita-Platz nicht unerhebliche Kosten verursacht.

Umso wichtiger ist es, dass sich der rot-rote Senat politisch dazu bekennt, die bedarfsgerechte Versorgung von Kindern mit Krippen-, Kita- und Hortplätzen auch unter den Bedingungen einer Haushaltsnotlage zu sichern.

Diese Anstrengungen werden von weiteren Reformvorhaben im Bereich Tagesbetreuung begleitet.

Besonders wichtig sind die Maßnahmen zur Qualifizierung der Erzieherinnen. Dazu gehört eine Reform ihrer Ausbildung. Diese beinhaltet u.a. die Modernisierung der Ausbildungsinhalte und eine Veränderung der Zugangsbedingungen. Bundesweit einzigartig ist die Durchführung eines Modellversuchs zur ErzieherInnen-Ausbildung an der Berliner Fachhochschule »Alice Salomon« seit dem Sommersemester 2004, mit dem das bisherige Fachschulniveau auf Hochschulniveau angehoben wird.

Kindergarten und Schule werden künftig enger zusammenarbeiten. Mit dem neuen Schulgesetz wurde ein neues Grundschulkonzept eingeführt, dessen wesentliche Bestandteile u.a. eine flexible Schulanfangsphase und ein früherer Schulbeginn sind. Kinder, die jetzt mit 5½ Jahren in die Schule kommen, werden eine Schule vorfinden, die sich auf unterschiedliche Entwicklungsniveaus besser einstellt und gezielter fördern kann.

Besonders hervorzuheben sind die Bemühungen des rot-roten Senats für den Ausbau der ganztägigen Bildung, Erziehung und Betreuung an der Grundschule

Die PISA-Studie hat die Auffassung der PDS bestätigt, dass Kinder an Ganztagsschulen besser gefördert werden können. Es ist der PDS-Fraktion gelungen, den jahrelangen Abbau der Schulhort-Plätze im Ostteil der Stadt zu stoppen und für die Kinder in der ganzen Stadt das Angebot der Betreuung in der Schule mit der Möglichkeit einer zusätzlichen Förderung zu verbinden. Davon profitieren auch die Eltern, die nun Familie und Beruf besser vereinbaren können.

Die Umsetzung unserer Reformprojekte wird nicht in ein oder zwei Jahren abgeschlossen sein. Dass bei so vielfältigen und grundsätzlichen Änderungen in Kita und Schule vor Ort auch erhebliche Probleme auftauchen können, ist sicher verständlich. Trotzdem, der Weg ist richtig! Beweis dafür ist, dass uns nach anfänglicher Zurückhaltung und mancher Kritik mittlerweile immer mehr Zustimmung und Akzeptanz begegnen. Wir sind auf einem guten Weg.


Dr. Margrit Barth

MdA