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landesinfo | Ausgabe April 2005, Seite 1

Solidarpakt-West

Berlin unterstützt PDS-Wahlkampf in Nordrhein-Westfalen

Am 22. Mai wird in Nordrhein-Westfalen ein neuer Landtag gewählt. Die PDS kandidiert, ein ehrgeiziges Unterfangen für einen vergleichsweise kleinen West-Verband, noch dazu in einem Flächenland von der Größe aller neuen Bundesländer. Deshalb hilft die gesamte Partei, auch die Berliner PDS, und so war ich mit einem der vielen Unterstützer-Teams eine Woche lang am Rhein. Damit die NRW-PDS überhaupt zur Wahl zugelassen wird, muss sie Unterstützer-Unterschriften vorlegen, je Wahlkreis 100 und für die Landesliste in ganz NRW 1000.

Also haben wir gesammelt, in Bonn und in Euskirchen, auf Marktplätzen, in Kneipen, vor Arbeitsämtern. »Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen«, sagt ein Sprichwort und das traf es wohl auch. Aber es hat sich gelohnt, wir hatten Erfolg und obendrein Spaß.

Wir gingen auf die Leute zu und wir stießen durchaus auf Offenheit, auch Neugier. Zumal, so oft ist die PDS im rheinischen Alltag nicht zu erleben, bisher. Und nun auch noch drei Frauen aus der Hauptstadt. »Was haltet ihr von &8250;Hartz IV&8249;? Was tun gegen den Rechtsextremismus? Wie steht die PDS zu Studiengebühren? Darf man in Berlin kiffen?« Solche und weitere Fragen füllten die Gespräche und brachten zumeist auch die erhofften Unterschriften. Ein Passant bot uns sogar umgehend einen Job an. Offenbar erschienen wir ihm außerordentlich dynamisch und erfolgreich. Jedenfalls sollten wir für ihn Versicherungs-Policen verhökern.

Einige ver.di-Kollegen saßen beim Kölsch und wollten sofort unterschreiben. Sie waren trinkfest, aber leider aus Bayern. Viele wussten gar nicht, dass die PDS Unterschriften braucht, um kandidieren zu können. »Komische Demokratie«, meinte einer und sammelte gleich mit.

Nach Ostern beginnt die nächste Phase. Und wieder hoffen die Genossinnen und Genossen aus NRW auf tatkräftige Berliner Hilfe. Dann heißt es wieder PDS-Präsenz zeigen, Material verteilen, Plakate hängen. Deshalb ein kleiner Tipp: Je besser wir erkennbar sind, desto größer die Erfolgschancen. Also unbedingt PDS-Schirme mitnehmen oder Socialist-T-Shirts anziehen. Die Berliner Teams werden übrigens in der Landesgeschäftsstelle koordiniert.


Halina Wawzyniak

stellv. PDS-Landesvorsitzende