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landesinfo | Ausgabe Mai 2005, Seite 1

Für drei Euro ins Theater

Ab 1. Mai gibt es in Berlin ein Sozial-Kulturticket

Kultur ist Teilhabe am öffentlichen Leben. Der Zugang zu Kultur wird auch über Eintrittspreise geregelt. Viele Kultur- und Freizeitangebote dieser Stadt sind schon lange nicht mehr im Horizont einkommensschwacher Menschen. Sie fühlen sich ausgegrenzt, weil sie ausgegrenzt sind. Nur durch Teilhabe am öffentlichen Leben können die Bewohnerinnen und Bewohner dieser Stadt ihre Bürgerrechte wahrnehmen, Orientierung gewinnen, sich engagieren, sich und andere fordern.

Nur wenn alle Menschen an Kultur teilhaben, werden sie auch den Stellenwert der Kultur und der öffentlichen Aufwendungen für Kultur verteidigen.

Deshalb habe ich mit den Bühnen der Stadt verabredet, dass Empfänger von Arbeitslosengeld II und Sozialhilfe, Grundsicherungsrentner und Asylbewerber ab 1. Mai dieses Jahres die Möglichkeit haben, für drei Euro in die Oper, ins Theater oder ins Konzert zu gehen. Sie müssen sich dazu nur bei den Jobcentern, Sozial- oder Grundsicherungsämtern eine Sozialkarte holen. Diese Sozialkarte ist kostenlos und berechtigt künftig nicht nur zum Erwerb des Sozialtickets der BVG, sondern auch zum Kauf eines Drei-Euro-Tickets an den Abendkassen der beteiligten Theater, Opern und Konzerthäuser, wenn Vorstellungen nicht ausverkauft sind. Das ist oft genug der Fall. Nicht immer, nicht an allen Tagen, aber doch so häufig, dass diese Menschen die Chance bekommen, am kulturellen Leben Berlins teilzunehmen.

Das 3-Euro-Ticket ist nicht kostenlos, aber erschwinglich. Man muss sich umtun, wo und wann Karten am Abend erhältlich sind. Wir werden darüber informieren, welche Häuser diese 3-Euro-Tickets anbieten – auf unserer Internetseite (www.kultur.berlin.de) und in den Jobcentern und Sozialämtern selbst.

3-Euro-Tickets sind kein Almosen, wofür es Dank braucht. Die Karten sind durch öffentliche Förderung bereits bezahlt. Sie sollen den Einkommensschwachen Berlins die Gewissheit geben, dass sie in den Kultur­einrichtungen der Stadt willkommen sind, dass die öffentlichen Kulturangebote für alle Bürgerinnen und Bürger unterhalten werden und Eintrittspreise keine soziale Schranke sein müssen.


Thomas Flierl

Senator für Kultur und Wissenschaft