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BerlinInfo | Ausgabe Oktober 2006, Seite 2

Reaktionen nach der Wahl

Auswahl an Emails und Schreiben, die den Linkspartei-Landesvorstand nach dem 17. September erreicht haben

Es steht die Frage: Wie würde es in Berlin aussehen, hätte die PDS nicht in der Regierung gesessen? Aber (...) Man sieht überall nur Wowi. Und der Übervater Lafontaine tut auch nicht gerade gut.
T. P., Berlin-Pankow

Meine Wahlanalyse: Wenn die WASG sich der Riesen-chance angeschlossen hätte, wären es 17 Prozent geworden. Von daher trägt meiner Meinung nach der Bundesvorstand eine Mitschuld. Er hätte sich gegen die Redler-WASG durchsetzen müssen.
M. B., Berlin-Friedrichshain

Das Wahlergebnis tut mir wirklich leid. Allerdings bin ich nicht ganz so überrascht. Meiner Meinung nach hat sich der größte Teil der Partei-Mitglieder zurückgelehnt, wenn es um Aktivitäten nach Außen ging. Auch die Beteiligung an Info-Ständen war mehr als mager.
C. U., Berlin-Wilmersdorf

Euer Problem bei den Wahlen war nicht, dass ihr für Rot-Rot bestraft wurdet, sondern dass ihr nicht gefunden wurdet. »Die Linke« wurde überlesen und das »PDS« war ein bissel klein. Diese Umbenennungsaktion hat euch mehr gekostet als nur das MarketingBudget.
F. L., Berlin-Marzahn

Ihr habt gegen das Thälmannsche Prinzip verstoßen, indem ihr mit dem Gesindel von der SPD den bürgerlichen Unterdrückungsapparat gegen die Arbeiterklasse und gegen die eigenen Interessen benutzt habt. Ihr habt euch als nützliche Idioten benutzen lassen.
H. J. V., Berlin-Lichtenberg

Macht euch bei der Auswertung nichts vor, seid ehrlich zu euch selbst. Die Wähler erwarten von euch nicht, die asoziale Politik der SPD zu verkaufen und zu vertreten. Die Wähler wollen euch als Alternative zu den herrschenden Strukturen.
H. D. T., Berlin-Friedrichshain

Ich persönlich bin der Auffassung, dass Stefan Liebich und Klaus Lederer viel zu jung und auch politisch unerfahren sind, um derartige Funktionen auszuüben. Es fehlt ihnen an politischem Takt, an politischem Gespür und an marxistischem Grundwissen.
H. R., Berlin-Lichtenberg

Ich glaube, dass die Kernfrage darin besteht, ob wir eine erneute Regierungsbeteiligung anstreben sollten. Ich bin im Prinzip dafür, aber dafür brauchen wir drei, vier Präferenzprojekte, (...) die man überall mit uns verbindet.I. & R. L., Berlin-Hohenschönhausen

Von Dir als Landesvorsitzender und von Stefan Liebich muss ein deutliches Signal ausgehen, dass ihr nicht gewillt seid, die Ernte, für die ihr in fünf Jahren unter denkbar schlechtesten Bedingungen den Samen gelegt habt, nun den Grünen zu überlassen.C., Berlin-Mitte

Kein Verständnis habe ich für jene, die nun glauben, den Zweifel an Regierungsbeteiligungen erneut in den Vordergrund stellen zu müssen. Auf welchem Wege sonst können denn die Lebensinteressen der Menschen in eine positive Richtung gelenkt werden?
E. B., Bezirk unbekannt

Ich bezweifele nicht, dass unsere Senatoren eine harte, schwierige Arbeit geleistet haben. Das Problem ist nur, dass es unter den gegebenen Spielräumen von vornherein schwerlich war, ein alternatives, sozialistisches Profil auszubilden.
G. P., Berlin-Treptow