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BerlinInfo | Ausgabe Februar 2007, Seite 4

Kalenderblatt

22./23. Februar 1947
Gründung der VVN

»Die Vernichtung des Faschismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung.Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.«

Dem Schwur von Buchenwald folgend, gründeten Frauen und Männer des antifaschistischen Widerstandes, Überlebende der nazistischen Konzentrationslager unmittelbar nach der Befreiung Häftlingskomitees und Ausschüsse »Opfer des Faschismus«. Ende Februar 1947 wurden in Berlin für die sowjetisch besetzte Zone die »Vereinigungen der Verfolgten des Naziregimes« gegründet, wenige Tage später, im März 1947, schlossen sich regionale Verbände in der Frankfurter Paulskirche zum gesamtdeutschen »Rat der VVN« zusammen.

»Über alle Schichten, Konfessionen und Rassen und Parteien hinweg schließen sich die Kämpfer gegen den Nazismus und die vom Nazi-Regime Verfolgten zu einer überparteilichen Organisation zur Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes (VVN) zusammen«, hieß es im ersten Programm der VVN. So waren z.B. Heinz Galinski und Jeanette Wolf Mitglieder der 1948 in Groß-Berlin zugelassenen VVN. Doch die Spannungen in der VVN nahmen schnell zu. Auch die Organisationen der Verfolgten der Nazi-Barbarei waren unter die Räder des Kalten Krieges gekommen. Gab es in Berlin schon seit 1948 zwei Verbände der Nazi-Verfolgten, gründete sich 1950 in der Bundesrepublik der Bund der Verfolgten des Nazi-Regimes (BVN). Die einen sahen die VVN kommunistisch unterwandert, die SPD verbot ihren Mitgliedern bereits 1948 die Mitgliedschaft in der VVN, dieser Beschluss wurde 1981 erneuert und nie aufgehoben, auch wenn er heute faktisch keine Rolle mehr spielt.

Während die VVN 1953 ihre Tätigkeit in der DDR beendete, weil »ihre Ziele erreicht waren«, wurden in der BRD und Westberlin Versuche unternommen, die VVN zu verbieten. Diese scheiterten allerdings, dennoch war die VVN im Visier der sogenannten Verfassungsschützer.

Eine Ausnahme bei der Auflösung der VVN 1953 spielte Berlin, war doch hier bis 1961 in der gesamten Stadt durch die Alliierten auch der Westberliner BVN lizensiert.

Erst 2002 gelang es mit der Gründung der VVN-BdA (Bund der Antifaschisten), bestehende antifaschistische Organisationen des Westens und nach 1989 neu entstandene im Osten zusammenzuschließen.

Für Linke bleibt der Schwur von Buchenwald aktuell und fortwährende Aufgabe. So ist im Entwurf der Programmatischen Eckpunkte für die neue Partei DIE LINKE. formuliert: »Wir knüpfen an das Engagement all jener an, die sich an der Niederschlagung der verbrecherischen faschistischen Diktatur beteiligten und sich für die Beseitigung der Ursachen des Faschismus eingesetzt haben und einsetzen.«

 
Uwe Doering, MdA
Carsten Schatz, nicht MdA