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BerlinInfo | Ausgabe März 2007, Seite 41

Kalenderblatt

7.-9. März 1947
Gründung des DFD

811 Frauen aus der sowjetisch besetzten Zone und 104 Frauen aus den Zonen der Westalliierten versammelten sich im März 1947 zum »Deutschen Frauenkongress für den Frieden« im Berliner Admiralspalast, um den Demokratischen Frauenbund Deutschlands zu gründen.

Der Kampf für den Erhalt des Friedens und die Einheit Deutschlands, die Bekämpfung von Faschismus, Militarismus und Reaktion, die Lösung der rechtlichen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebensfragen der Frauen auf der Grundlage gleicher Rechte und Pflichten sowie die friedliche Verständigung mit den Frauen aller Länder waren Ziele des Gründungsaufrufs.

Als erste Vorsitzende des DFD wurde die parteilose Dr. Anne-Marie Durand-Wever gewählt. Ihre Stellvertreterinnen waren Käthe Kern (SED), Else Lüders (CDU), Emmy Damerius-Koenen (SED) und Helene Beer (LDPD). 1947 hatte der DFD bereits 200.000 Mitglieder und war auch in Westberlin zugelassen. Der 1951 in der Bundesrepublik gegründete Ableger des DFD wurde dort 1957 verboten.

1948 wurde der DFD Mitglied der Internationalen Demokratischen Frauenföderation (IDFF). Als antifaschistische, demokratische, parteipolitisch und religiös unabhängige Organisation gegründet, wurde auch der DFD im Zuge der Entwicklung der SED hin zur »Partei neuen Typs« zunehmend »Transmissionsriemen« der Partei. Er gehörte zum Demokratischen Block der Nationalen Front und hatte eine Fraktion in der Volkskammer.

Der DFD setzte sich für die Gleichberechtigung der Frauen ein und wirkte z.B. am 1950 verabschiedeten »Gesetz zum Schutz von Mutter und Kind und über die Rechte der Frauen« mit. Er entwickelte ein breites Kultur- und Bildungsprogramm. So entstanden z.B. die Frauenakademie und Frauensonderklassen an Bildungseinrichtungen.
Der DFD versuchte, Frauen in das gesellschaftliche Leben einzubeziehen, und nahm sich vieler Alltagsprobleme wie Wohnungsnot, Gewalt gegen Frauen und Alkoholismus an, sorgte aber nicht dafür, dass solche Probleme auch an die Öffentlichkeit gelangten. Manches von dem, was der DFD durchgesetzt hatte, ging nach 1990 verloren, z.B. die Straffreiheit beim Schwangerschaftsabbruch innerhalb der ersten 12 Wochen oder die umfassende Versorgung mit Kindertagesstätten, und muss neu erkämpft werden.

Am 26.10.1990 wurde als Nachfolgeorganisation des DFD der Demokratische Frauenbund e.V. (dfb) mit Landesverbänden in den 5 ostdeutschen Ländern und in Berlin gegründet.

 
Annegret Gabelin