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26. September 2003 PDS-Fraktion im Abgeordentenhaus

Dank an Jenny de la Torre

Die gesundheits- und seniorenpolitische Sprecherin Ingeborg Simon erklärt:  

Die PDS-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus bedauert die Beendigung des Arbeitsverhältnisses zwischen der Ärztin Jenny de la Torre und dem Träger MUT gemeinnützige Gesellschaft für Gesundheit. Mitglieder der PDS-Fraktion haben vor allem in Zusammenarbeit mit den Bezirken Lichtenberg und Friedrichshain-Kreuzberg seit Jahren die medizinische und psychosoziale Versorgung obdachloser Menschen in diesen Bezirken politisch unterstützt und gefördert. Dabei entstand auch eine enge Beziehung zu Jenny de la Torre und ihrem Träger. Einiges ist in diesen Jahren gelungen.

Nun gilt es Veränderungen zu akzeptieren. Dazu zählt, dass die Finanzierung der Arztstelle für 40 Std./Woche bisher vor allem über Fallpauschalen pro nicht versichertem Obdachlosen sowie durch eingeworbene Spenden abgesichert wurde. Da die Zahl der nicht krankenversicherten Obdachlosen seit einiger Zeit rückläufig ist und gleichzeitig das zur Aufrechterhaltung der Arbeit dringend gebrauchte Spendenaufkommen an Sach- und Finanzmitteln zurückgegangen ist, schlug der Träger MUT eine Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit der Ärztin auf 25 Stunden vor. Diese Änderung wollte Jenny de la Torre nicht akzeptieren, da sie in dieser Kürzung den ersten Schritt zu einer drohenden Schließung sah. Sie verlässt ihre Praxis am Ostbahnhof zum 1. Oktober.

Die PDS-Fraktion respektiert diese Entscheidung. Wir hätten uns sehr gewünscht, dass Jenny de la Torre geblieben wäre und das mögliche Angebot einer zusätzlichen Tätigkeit im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg angenommen hätte. Dass der Träger MUT so entscheiden musste, um andere soziale Projekte nicht zu gefährden, ist richtig. MUT bemüht sich derzeit intensiv um die Nachfolge für die Ärztin. Die PDS-Fraktion wünscht Jenny de la Torre für ihre berufliche und ehrenamtliche Tätigkeit neue Chancen und Erfolge. Sie dankt ihr und dem Träger für neun Jahre guter Zusammenarbeit im Interesse Berliner Obdachloser.