Die verkehrspolitische Sprecherin Jutta Matuschek erklärt:
Mit ihrem neuen Linienkonzept will die BVG auf Erfolgskurs kommen. Dazu hat sie in bisher beispielloser Art Kunden, Presse und die Bezirke in die Linienbestimmung einbezogen. Die BVG hat dazu gelernt.
Eine politische Bewertung hat die Abwägung zwischen verkehrspolitischen Zielen, wirtschaftlichen Notwendig-keiten, finanziellen und rechtlichen Zwängen vorzunehmen. Sie hat auch die Reaktion der Fahrgäste auf ein solchen Vorhabens zu antizipieren.
Nach Einschätzung der PDS-Fraktion ist die Netzumstellung am 12. Dezember 2004 mit einem zu großen Risiko des Scheiterns behaftet. Der Zeitplan, den die BVG vorgegeben hat, überfordert alle Beteiligten, sowohl das Unternehmen selbst, als auch die Fahrgäste und den Aufgabenträger. Die Gefahr, dass an diesem Tag ein Provisorium in Kraft tritt, das vor allem wütende Reaktionen von Fahrgästen statt ihrer zahlenmäßige Zunahme hervorruft, ist zu hoch. Das ohnehin angeschlagene Image der BVG in der Bevölkerung würde sich weiter verschlechtern. Der Schaden für das Unternehmen wäre irreparabel.
Die bisherigen Reaktionen aus den Bezirken lassen auf erheblichen Abstimmungsbedarf zwischen dem Land Berlin und seinem Verkehrsunternehmen schließen. Umfangreiche Haltestellenverlegungen müssen zum Start des neuen Netzes realisiert werden, um den Kunden kein Provisorium anzubieten. Innerbetriebliche Planungen von Fahrzeugeinsatz bis Dienstplan müssen noch erfolgen und zum Teil mit den Personalräten abgestimmt werden. Die komplizierte Software für Kundeninformationen und Fahrzeugdisposition muss umgestellt werden. Der Zeitdruck, den die BVG-Unternehmensführung aufmacht, birgt in sich die Gefahr für das Einschleichen von Fehlern, die erst bei Netzeinführung offenbar werden.
Die PDS-Fraktion hält eine Verschiebung der Netzumstellung auf das Frühjahr 2005 im Interesse der Kundenakzeptanz für sinnvoll.