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2. August 2004 PDS-Fraktion im Abgeordentenhaus

ORWO-Haus erhalten!

Zur aktuellen Situation des Musikstandortes ORWO-Haus erklärt der kulturpolitische Sprecher Wolfgang Brauer:  

Die Musikindustrie in Berlin ist eine der wenigen Wachstumsbranchen unserer Stadt. Davon zeugen die in den letzten Jahren erfolgten Ansiedelungen weltweit agierender Produktions- und Vertriebsfirmen. Ein entschei-dender Grund für die Ansiedelung der großen Unternehmen war und ist eine lebendige und junge Musikszene in der Stadt, die sich durch Vielfalt der stilistischen Richtungen und eine wohl nur noch mit den Standorten New York und London vergleichbare Kreativität auszeichnet.

Die Existenz dieser Musikszene ist allerdings unabdingbar an das Vorhandensein von Probenräumen gebunden, die infrastrukturell geeignete und für junge Musiker finanzierbar sind. Ein wesentlicher Unterschied zu anderen Kunstproduktionsstandorten: Diese Musik macht richtig Lärm! Das im Besitz der TLG Immobilien GmbH befindliche ehemalige ORWO-Großlabor an der Landsberger Allee in Marzahn erwies sich so als besonderer Glücksfall für über 50 Bands und weit über 400 junge Musikerinnen und Musiker – zuzüglich einiger kreativer Tonstudios. Fast unbemerkt entwickelte sich die »lauteste Platte Berlins«, ein Großstandort der jungen Musikszene.

Überprüfungen der Brandschutztechnik des Hauses im Mai dieses Jahres ergaben dringenden Sanierungs-bedarf. Die TLG als Eigentümerin sprach daraufhin Kündigungen für alle angemieteten Räume aus (das Haus war nicht besetzt!). Inzwischen wurde seitens des Be-zirksamtes Marzahn-Hellersdorf die Nutzungsunter-lassung ausgesprochen.

Die Fraktion der PDS ist sich mit dem Senator für Wirtschaft, Harald Wolf, und dem Kultursenator, Dr. Thomas Flierl, darin einig, dass das ORWO-Haus als Standort junger Musikproduzenten erhalten bleiben muss. Wir wissen, dass den Sicherheitsauflagen entsprochen werden muss, bitten aber die TLG Immobilien GmbH, diese Notwendigkeiten so umzuset-zen, dass den Musikern – gegebenenfalls über denkbare Zwischenlösungen – die Weiterarbeit ermöglicht werden kann. Eine Aufgabe dieses Standortes würde der Berliner Kulturwirtschaft nur schwer zu ersetzenden Schaden zufügen.