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31. August 2004 PDS-Fraktion im Abgeordentenhaus

Palast: Vor dem Einzug der Schneidbrenner nachdenken

Der kulturpolitische Sprecher Wolfgang Brauer erklärt:  

Der Architekt Manfred Prasser hat Pläne vorgelegt, die geeignet scheinen, die sich um den Palast der Republik immer noch heftig streitenden Geister zu versöhnen. Prasser schlägt eine Einbeziehung von Teilen des asbestsanierten Rohbaus – darunter die Untergeschosse und den Großen Saal – in den vom Bundestag beschlossenen Neubau in der Kubatur und mit der Fassade des Berliner Schlosses vor. Prassers »Integrationsmodell« nimmt Erfahrungen aus der angelaufenen »Zwischennutzung« auf und trägt den immer stärker werdenden Widerständen gegen einen bloßen, phantasielosen und zudem noch kostenträchtigen Abriss Rechung. Die Integration der von ihm vorgeschlagenen »Öffentlichkeitsbereiche« des Palastes der Republik in den Schlossneubau böte die große Chance, diesen hochsensiblen öffentlichen Ort der Stadtmitte auch bei »sicherheitsträchtigeren« Nutzungen der anderen Gebäudebestandteile weiter in hohem Maße offen zu halten.

Zu den gewichtigen Gründen, die für Prassers Ansatz sprechen, zählt letztlich eine Kostenreduzierung für den Schlossneubau von ca. 200 Millionen Euro und eine deutlich verkürzte Bauzeit. Große Teile des Palast-Rohbaues ließen sich jetzt bereits mit geringem Aufwand wieder herrichten. Diese Lösung wäre einer mehr oder weniger langfristigen »Wiesenlandschaft« in der Mitte Berlins bei weitem vorzuziehen.

Die Senatsbauverwaltung sollte die Pläne Manfred Prassers einer verantwortungsbewussten Prüfung unterziehen und bei ihrer eventuellen Tauglichkeit in die dann notwendigen Gespräche mit den Bundesbehörden eintreten. Bis dahin sollte mit dem Abriss nicht begonnen werden.