Die schulpolitische Sprecherin Siglinde Schaub erklärt:
Die aktuellen PISA-Ergebnisse belegen vor allem eines: das bundesdeutsche Schulsystem sortiert Kinder aus und verstärkt soziale Benachteiligungen. Auch in Berlin sollte deshalb nicht länger darüber geredet werden, ob die Aufteilung von Schülern in Haupt-, Realschulen und Gymnasien noch zeitgemäß ist, sondern dringend diskutiert werden, wie das gegliederte Schulsystem überwunden werden kann.
Ziel sollte sein, eine Schule zu schaffen, in der alle Kinder länger gemeinsam lernen, aber auch individuell gefördert werden, und zwar entsprechend ihrer unterschiedlichen Fähigkeiten und nicht danach, was der Geldbeutel ihrer Eltern hergibt. Was wir wollen, ist eine gemeinsame, integrative Schule bis zur 10. Klasse und keine Einheitsschule.
Die Überwindung des gegliederten Schulsystems wird nicht dadurch zu realisieren sein, dass einem vorhandenen Schulsystem ein anderes übergestülpt wird. Vielmehr müssen die qualitativen Veränderungen, die Rot-Rot in Berlin vor allem im Bereich der vorschulischen Bildung und Erziehung und in der Grundschule bereits begonnen hat, in den nächsten Jahren eine Chance auf Fortsetzung in der Sekundarstufe erhalten. Dazu bedarf es einer breiten Einbeziehung von Lehrern, Erziehern und Eltern.