Zu den von Infratest dimap vorgestellten Untersuchungsergebnissen über berlin.de erklärt Dr. Peter-Rudolf Zotl, Sprecher für Verwaltungsreform und Kommunikations- und Informationstechnik:
In Berlin haben etwa 70% der Haushalte und 75% der Bevölkerung einen eigenen Internetzugang. Angesichts dieser Zahlen ist der hohe Zufriedenheitsgrad mit »berlin.de« ein großer Erfolg.
Weniger zufriedenstellend ist, dass dem starken Interesse an einem bedarfsgerechten und handlungs-orientierten Internetangebot der Verwaltung eine eher durchschnittliche Bewertung dieses Internetauftritts entgegen steht. Denn es gehört heute ohne Zweifel zu den erforderlichen einheitlichen Lebensbedingungen in der gesamten Stadt, dass die Berliner Verwaltung im Internet mit einem hohen Informations- und Interaktionsgehalt präsent ist. Dabei sind wir – wie auch die Untersuchung von Infratest dimap zeigt – durchaus voran gekommen, und es gibt eine Reihe von Leuchttürmen.
Unakzeptabel hingegen ist, dass man bei Homepages von Senats- oder Bezirksverwaltung auf zum Teil völlig unterschiedlichen Navigationspfaden vorgehen muss, um zu den gewünschten Informationen, Formularen und Behörden zu gelangen. Die bereits vorhandenen Suchleisten und Schlagwortregister sind gut, aber es ist nicht nachvollziehbar, dass es sie nicht überall gibt oder dass bei einigen nur Erfolg hat, wer die Fach-Codes der Verwaltungssprache beherrscht oder den Verwaltungsaufbau kennt.
Das Kernproblem ist wie bei Hertha BSC: Wir brauchen nicht noch viele weitere Einzelkönner, wir brauchen eine Mannschaftsleistung auf sehr hohem Niveau.
Denn gerade an der deutlichen Verbesserung der Verwaltungsangebote wird bei berlin.de intensiv gearbeitet. Angesichts dessen ist es geradezu kontraproduktiv, wenn es in einzelnen Bezirken oder Hauptverwaltungen Absichten gibt, aus berlin.de auszusteigen bzw. ein solcher Schritt bereits vollzogen wurde. Zumal die von anderen Anbietern gestalteten bezirklichen Verwaltungsseiten in ihrer Nutzerfreundlichkeit gegenüber berlin.de keinen Deut besser sind oder zum Teil sogar abfallen, aber gerade die lokalen Informationen überdurch-schnittlich kritisch bewertet werden. Die stadtweit einheitliche Nutzerfreundlichkeit muss sich über alle Egoismen und Binneninteressen aus einzelnen Verwaltungen hinweg setzen. Der gesamte Internetauftritt aller Berliner Verwaltungen gehört in eine Hand.