Zur Pünktlichkeit des Berliner Nahverkehrs erklärt die verkehrspolitische Sprecherin Jutta Matuschek:
Der Berliner Nahverkehr hat in Sachen Pünktlichkeit seit dem Jahr 2000 weiter an Attraktivität gewonnen. Das geht aus der Beantwortung einer Kleinen Anfrage der PDS-Fraktion an die Berliner Verkehrsverwaltung hervor. S- und U-Bahnen fahren am pünktlichsten. Schlechter sieht es dagegen bei Bus und Straßenbahn aus, die beide vom übrigen Straßenverkehr zum Teil erheblich beeinträchtigt werden. Defizite gibt es aber auch im Regionalverkehr.
Die Ursachen für unpünktliches Fahren liegen zum Teil bei den Verkehrsunternehmen selbst. Nicht selten sind äußere Umstände Schuld. Busspuren, das Verhindern von falschem Parken oder die Vorrangschaltungen von Ampeln sind Maßnahmen, die direkte Auswirkungen auf die Pünktlichkeit des Nahverkehrs haben. Sie müssen deshalb mit hoher Intensität umgesetzt werden.
Im Zusammenspiel mit den Senatsverwaltungen sollten die Verkehrunternehmen selbst allerdings stärker als bisher auf die Einhaltung der Pünktlichkeit dringen. Hier ist die S-Bahn Berlin beispielgebend, die betriebsintern täglich das Geschehen analysiert und bei größeren Abweichungen mit Abschlägen bei der Bezahlung ihrer Verkehrsleistung rechnen muss.
Im Verkehrsvertrag mit der DB Regio sind leider keinerlei Regelungen zur Einhaltung der Pünktlichkeit fixiert worden. Doch während bei den Regional- wie auch den S-Bahnen durch den unabhängigen Verkehrsverbund wenigstens stichprobenartig Pünktlichkeitskontrollen eine Einschätzung dieses Qualitätsmerkmals zulassen, unterliegen die Busse der BVG scheinbar keiner Kontrolle zur Einhaltung ihrer Fahrpläne.
Hier liegt eindeutig ein Versäumnis des Aufgabenträgers. Das Land Berlin ist gefragt, die Einhaltung der Fahrpläne mit einem entsprechenden Nachweisverfahren bei der BVG auch während der Laufzeit des jetzigen Unternehmensvertrages einzufordern.