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25. Mai 2004 PDS-Fraktion im Abgeordentenhaus

»Topographie« muss weiter gebaut werden

Zur aktuellen Situation um das Bauvorhaben »Topographie des Terrors« erklärt der kulturpolitische Sprecher Wolfgang Brauer:  

Die heutige Entscheidung, auf dem Gelände der Stiftung »Topographie des Terrors« den Entwurf des Schweizer Architekten Peter Zumthor nicht weiter zu realisieren, ist angesichts der dramatischen Kostenentwicklung und der erheblichen bautechnologischen Probleme nachvollziehbar. Es bleibt das Bedauern, dass es sich als unmöglich erwies, für eine internationale Dokumentations- und Begegnungsstätte an diesem zentralen Ort der Täter der Mordpolitik des Dritten Reiches eine adäquate architektonische Antwort auf die bedeutsamen Architekturen von Jüdischem Museum und Mahnmal für die ermordeten Juden Europas zu realisieren. Der Zumthor-Entwurf wäre eine solche gewesen.

Allerdings muss festgestellt werden, dass das Land Berlin sich seinerzeit quasi für eine Architekturhülle entschied, ohne die Interessen der künftigen Nutzerin – der Stiftung Topographie des Terrors – hinreichend genug zu bedenken, bzw. diese von Anfang an in die Planungsarbeiten einzubeziehen. Die Bauplanungs-arbeiten selbst können heute nur noch als dilettantisch bezeichnet werden. Als ebenso unzureichend erwiesen sich die baubegleitenden Maßnahmen der Senatsbauverwaltung. Kostenexplosion und sich immer stärker auftürmende technologische Hürden waren zwangsläufig.

Was bleibt, ist neben dem finanziellen ein nicht zu beziffernder politischer Schaden. Es gibt nur wenige Bauvorhaben in der Stadt, die politisch so symbolträchtig sind wie das Bauvorhaben »Topographie des Terrors«. Die Einstellung der Umsetzung des Zumthor-Projektes darf daher nicht zu einer Verlängerung des Stillstandes der Baustelle führen. Es ist der erklärte Wille der PDS, dass die Stiftung »Topographie des Terrors« am historischen Ort ein Funktionsgebäude erhält, das ihren Bedürfnissen und den Notwendigkeiten moderner Gedenkstättenarbeit entspricht. Die Mittel stehen dafür sowohl im Bundeshaushalt als auch im Etat des Landes Berlin nach wie vor bereit. Wir sprechen uns für eine unverzügliche Neuausschreibung des Projektes aus und verlangen die baldigste Wiederaufnahme der Bauarbeiten. Die beabsichtigte Übernahme des Baues durch die Bundesbaudirektion werten wir als deutliches Zeichen, dass auch die Bundesregierung unsere Überlegungen teilt und gewillt ist, der unendlichen Geschichte des Stillstandes ein Ende zu bereiten.