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27. Oktober 2004 PDS-Fraktion im Abgeordentenhaus

Debatte sinnvoll, aber nicht um Mohrenstraße

Der kulturpolitische Sprecher Wolfgang Brauer erklärt:

Die von einigen Bezirksverordneten in Mitte angestoßene Debatte um eine Umbenennung der Mohrenstraße beruht nicht auf einer konsensualen Position der hauptstädtischen PDS. Der seit dem Beginn des 18. Jahrhunderts nachweisbare historische Straßenname hat nichts, aber auch gar nichts mit rassistischen Diskriminierungen des 20. oder 21. Jahrhunderts zu tun. Insofern ist der Vorstoß aus dem Bezirk Mitte sicherlich gut gemeint, zeugt aber nicht unbedingt von vorheriger sachlicher Recherchearbeit. Mit denselben Begründungen könnte gegen die Jüdenstraße argumentiert werden – oder auch die Potsdamer »Kolonie Alexandrowka« umbenannt werden müssen. Es fehlt nur noch der Boykottaufruf gegen »Sarotti«-Schokolade – deren Signet zudem mit dem ehemaligen Standort der Firma in der Berliner Mohrenstraße zu tun hat.

Unterstützenswert ist hingegen die Initiative der PDS-Bezirksverordneten, endlich die Diskussion über mit der blutigen deutschen Kolonialgeschichte verbundene Straßennamen des Bezirkes aufzunehmen. Zumal diese Benennungen vielfach erst in der Zeit der NS-Diktatur erfolgten.

Die »Mohrenstraße« ist als Vehikel für die notwendige und offensiver zu führende Auseinandersetzung mit Rassismus und Fremdenfeindlichkeit vollkommen untauglich.