Der kulturpolitische Sprecher Wolfgang Brauer erklärt:
Über den Sinn oder Unsinn von Riesenrädern im Innenstadtbereich kann man trefflich streiten. Das betrifft auch das Projekt der Wheel Berlin Holding, ein 175 Meter hohes Riesenrad auf dem Gelände des Gleisdreiecks am ehemaligen Anhalter Güterbahnhof zu errichten und zu betreiben.
Der zur Zeit avisierte Standort tangiert nicht nur unmittelbar das Gelände des Deutschen Technikmuseums, er soll direkt auf dem Areal, das für die Vollendung des Ausbaues dieses Museums vorgesehen ist, errichtet werden. Damit erweist sich die von manchen Befürwortern des Riesenrades argumentierte Teilhabe des Technikmuseums an den erhofften Besucherströmen als Pseudoargument. Sowohl Ausbauplanungen als auch Funktionalität des Deutschen Technikmuseums werden durch das Vorhaben nachhaltig beeinträchtigt. Bei allen Planungen in diesem Bereich sollten die Perspektiven für dieses weit über Berlin ausstrahlende Museum nicht gefährdet werden. Es wäre äußerst fahrlässig, die für das Museum getätigten Investitionen aus öffentlicher und privater Hand zu Gunsten einer anderen »Event-Location« zu gefährden. Auch die Planung und der Betrieb von Kultureinrichtungen müssen aus langer Sicht vorgenommen werden.
Die PDS wird das Thema »Riesenrad versus Technikmuseum« in den Gremien des Abgeordnetenhauses thematisieren. Bevor Entscheidungen solch nachhaltiger Natur getroffen werden, muss ein verantwortungs-bewusster Abwägungsprozess durch alle potentiell Beteiligten vollzogen werden.