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16. September 2004 PDS-Fraktion im Abgeordentenhaus

Länger gemeinsam lernen

Die bildungspolitische und die kinder- und jugendpolitische Sprecherin Siglinde Schaub und Margrit Barth erklären:  

Auch Berlin muss über die Gliederung des Bildungssystems neu nachdenken. Was die Kultusministerkonferenz nach PISA nicht aussprechen wollte und die Veröffentlichung der OECD jetzt erneut bestätigte: Deutschland hat ein veraltetes Schulsystem, das auf Auslese statt auf Förderung setzt. Dieses gegliederte Schulsystem gehört abgeschafft.

Die PDS-Position einer Stärkung der frühkindlichen Förderung und eines längeren gemeinsamen Lernens in einer Schule für alle Kinder erhält Bekräftigung. Auch Berlin muss mit der Lösung folgender bildungspolitischer Schul-Aufgaben beginnen:

  1. Weiterer Ausbau der Kitas zu Bildungseinrichtungen und Erleichterung des Zugangs zu ihnen.
     
  2. Die Schule muss von einem Ort der Belehrung in einen Lern- und Lebensort für Kinder und Jugendliche verändert werden.
     
  3. Überwindung des gegliederten Schulsystems hin zu einer integrativen Schule von Klasse 1 bis Klasse 10.
     
  4. Die Bildungsausgaben müssen schrittweise an den OECD-Durchschnitt herangeführt und die Ausgaben-struktur zugunsten des Anfangsbereiches in Kita und Grundschule korrigiert werden.Die rote-rote Koalition hat als Lehren aus der PISA-Studie wichtige bildungspolitische Schritte eingeleitet, die auf eine individuelle Förderung wie auf eine neue Lernkultur gerichtet sind. Dazu gehören u.a. die Stärkung des Frühbeginns durch die Einführung eines Bildungsprogramms für die Kitas, der Ausbau der Ganztagsbetreuung in offener und gebundener Form, die frühe Sprachförderung, eine flexible Schulanfangsphase, das Vermeiden von Sitzenbleiben, eine höhere Eigenverantwortung der einzelnen Schule.

Die nunmehr notwendigen Veränderungen zur Überwindung des gegliederten Schulsystems einzuleiten, sind nicht zuerst eine Geldfrage, sondern eine Frage des politischen Willens. Die Zeit dafür ist nicht erst seit der OECD-Studie reif.