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17. Februar 2005 PDS-Fraktion im Abgeordentenhaus

BVV Steglitz-Zehlendorf pflegt weiter den deutschen Opfermythos

Zum Festhalten der Bezirksverordnetenversammlung Steglitz-Zehlendorf am umstrittenen Antrag von FDP und CDU zum 8. Mai erklärt das Mitglied des Fraktionsvorstandes Evrim Baba:

Dass der skandalöse Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung Steglitz-Zehlendorf, der die millionenfache industrielle Vernichtung von Juden, Sinti und Roma sowie die feigen Morde an Gegnern des Hitlerfaschismus auf ungeheuerliche Weise relativiert, weiter bestehen bleibt, offenbart nicht nur den Geist der örtlichen CDU und FDP.

Die Landesvorstände von CDU und FDP haben es ganz offensichtlich versäumt, den notwendigen Nachhilfeunterricht in Geschichte zu erteilen, um ihre Steglitz-Zehlendorfer Parteifreunde wieder auf den Boden der historischen Tatsachen zu bringen.

Damit droht, was bislang eher von geschichtsrevisionistischen und rechtsextremen Gruppen zu hören war, zum so genannten guten Umgangston dieser Parteien zu werden. Das unterschiedslose Gedenken leistet einer Vermischung von Opfern und Tätern Vorschub. Auf diese Weise wird die deutsche Verantwortung am Zweiten Weltkrieg und am Holocaust unzulässig relativiert. Der Beschluss der BVV Steglitz-Zehlendorf leistet einer offensichtlich immer stärker werdenden Vorliebe in der Bundesrepublik Vorschub, sich selbst zu beweinen und zu betrauern.

Wir dürfen nicht zulassen, dass Ursache und Folgen von Krieg und Vernichtung verwischt werden. Es bleibt anzuerkennen, dass erst mit dem Sieg der Alliierten und im Besonderen der Roten Armee das von Berlin ausgegangene Morden ein Ende fand. Deshalb gilt unser Dank den Siegern über Nazideutschland und unser Gedenken seinen Opfern.