Zurück zur Startseite
26. Januar 2005 PDS-Fraktion im Abgeordentenhaus

Der Opfer gedenken – Antisemitismus entschieden bekämpfen

Zum 60. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch die sowjetische Rote Armee erklärt das Mitglied im Fraktionsvorstand Evrim Baba:

Auschwitz steht für die systematische Ermordung von über sechs Millionen jüdischen Frauen, Männern und Kindern in deutschen Konzentrationslagern. Der Opfer und all derer gilt es zu gedenken, die sich gegen den Nationalsozialismus zur Wehr gesetzt und zu seiner Niederschlagung beigetragen haben.

60 Jahre nach Auschwitz haben alte und neue Nazis wieder Aufwind. Sie verbreiten ihr Gedankengut in Landesparlamenten und wollen am 8. Mai in Berlin durchs Brandenburger Tor marschieren. Alle demokratischen Kräfte in der Bundesrepublik sind angesichts von Geschichtsrevisionismus und deutschem Opfermythos, verbunden mit der Leugnung oder Relativierung des Holocaust durch rechtsextremistische Kreise gefordert, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus überall und jederzeit entschieden entgegenzutreten. Berlin als Stadt, von der aus der Massenmord einst geplant und geleitet wurde, kommt dabei eine besondere Verantwortung zu. Es ist beschämend, wenn wachsender Antisemitismus und antisemitische Übergriffe dazu führen, dass sich Juden in dieser Stadt nicht trauen, sich als Juden zu erkennen zu geben.

Dem entgegenzuwirken und deutliche Zeichen zu setzen, fordern wir, nicht nur den 27. Januar als Gedenktag zu begehen, sondern künftig auch den Tag der bedingungslosen und vollständigen Kapitulation der deutschen Wehrmacht. Der 8. Mai 1945 markiert das Ende der nationalsozialistischen Diktatur in Deutschland und Europa. Deshalb hält die PDS-Fraktion die Einführung des 8. Mai als Gedenktag im Land Berlin anlässlich des 60. Jahrestages der Befreiung für wichtig.