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1. Juni 2005 PDS-Fraktion im Abgeordentenhaus

Bahn kündigt Fernbahnhöfe-Konzept für Berlin auf

Die verkehrspolitische Sprecherin Jutta Matuschek erklärt zu den bekannt gewordenen Plänen der DB AG:

Die Deutsche Bahn AG will Fernzüge künftig nicht mehr an Zoo, Ostbahnhof und auch nicht an den oberirdischen Bahnsteigen des neuen Hauptbahnhofs halten lassen. Damit verspielt Bahnchef Mehdorn das letzte Vertrauen in seinen wirtschaftlichen Sachverstand.

Milliarden von Steuergeldern sind in das neue Bahnkonzept für Berlin investiert worden. Dabei wurden Bahnsteige und Gleisanlagen auf der Stadtbahn (am Zoo, Lehrter Bahnhof-Hauptbahnhof in Ost-West-Richtung und am Ostbahnhof) für den ICE-Verkehr ausgebaut. Das Pilzkonzept ging von 7 Fernbahnhöfen aus. Wenn jetzt die DB AG einseitig dieses Bahnkonzept aufkündigt, ist der Eigentümer dieses Unternehmens, der Bund, gefordert. Die geleisteten Investitionen wie auch das Fahrplanangebot sind keine Privatangelegenheit der DB AG. Das Betriebskonzept der Bahn für Berlin muss den Anforderungen der polyzentrischen Stadtstruktur und dem Prinzip der kurzen Wege zu den Bahnhöfen gerecht werden.

Die Vorstellungen der DB-Konzern-Spitze setzen den verhängnisvollen Weg fort, die Kapitalmarktfähigkeit gegen die Interessen der Fahrgäste durchsetzen zu wollen. Der Versuch, nach den betriebswirtschaftlichen Engpässen des Unternehmen die Kunden im wahrsten Sinne des Wortes »erziehen« zu wollen, hat schon bei der Fahrpreisreform nicht geklappt und wird auch bei dieser, veränderten Bahnhofskonzeption, zu Fahrgastverlusten führen. Zudem wird mit dem Abhängen des Ostbahnhofs vom Fernverkehr die letzte Zugangsmöglichkeit im Ostteil der Stadt zum Fernverkehrsnetz verstellt.