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15. März 2005 PDS-Fraktion im Abgeordentenhaus

PDS für neues Wissensfach zu Kulturen, Religionen und Fragen der Lebensgestaltung ab 2006

Die Sprecherin der Fraktion, Kathi Seefeld, teilt mit:

Die PDS-Fraktion hat sich mehrheitlich für die Einführung eines für alle Schüler ab der 7. Klasse verbindlichen Unterrichtsfaches ausgesprochen. Das neue Fach soll über den bisherigen Unterricht hinaus grundlegendes Wissen zu verschiedenen Kulturen, den großen Weltreligionen und Fragen der Lebensgestaltung vermitteln.

Da Berlin ein Einwanderungsland ist, hält die PDS-Fraktion ein interdisziplinäres und integratives Fach für notwendig, bei dem Fragen des friedlichen und verständnisvollen Zusammenlebens im Mittelpunkt stehen. Schülerinnen und Schüler sollen lernen, mit Reibungen, die im Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft entstehen, umzugehen. Zugleich gilt es, die Vielfalt der Kulturen als Reichtum zu erschließen. Dabei soll auf die Erfahrungen des LER-Unterrichts in Brandenburg und des Modellversuchs Ethik/ Philosophie in Berlin zurückgegriffen werden.

Die Vermittlung von Wissen zu diesen Fragen könne zur Bildung und Stabilisierung von Wertvorstellungen beitragen. Schließlich sei jegliche schulische Erziehung immer auch Werteerziehung und als solche Aufgabe der gesamten Schule und aller Fächer. Dies gehe aus §1 Schulgesetz hervor. Unterstrichen wurde, dass ein zusätzliches Unterrichtsfach weder Eltern noch andere Teile der Gesellschaft aus der Verantwortung entlasse.

Realisierbar wäre die Einführung eines zusätzlichen Faches ab Klasse 7. Da aufgrund der Schulzeitverkürzung bis zum Abitur ab dem Jahr 2006 ohnehin Veränderungen anstehen, bestünde die Möglichkeit, durch die Bündelung von Lerninhalten und eine Aufstockung des gesellschaftswissenschaftlichen Bereichs um mindestens eine Stunde das neue Fach einzurichten. Darüber hinaus können die Schulen eigenverantwortlich entscheiden, eine weitere Stunde aus den schon jetzt vorhandenen Poolstunden zu nutzen. Eine darüber hinaus gehende Ausweitung der Stundentafel verbiete sich aus pädagogischen und finanziellen Gründen.

Der bekenntnisorientierte Unterricht der Kirchen, Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften kann nach den bisherigen Bedingungen an den Schulen weiter angeboten werden.