Zum Verkaufserfolg der Deutschen Bahn in den Filialen von Lidl erklärt die verkehrspolitische Sprecherin Jutta Matuschek:
Die Verkaufsaktion und ihr Erfolg beweist eindrucksvoll – die bisherige Preispolitik der Deutschen Bahn AG ging und geht an den Wünschen der Kunden, besonders der potentiellen, vorbei. Wer mehrere Stunden ansteht, um ein für ihn bezahlbares Ticket zu erhaschen, würde sicher gern auch öfter die Bahn nutzen, wenn der Preis stimmen würde.
Wer sich als Bahnkarten-Besitzer der Tortur des Schlangestehens bei Lidl aussetzt, versucht nicht nur, ein günstiges Angebot auszunutzen, sondern sich den nervenden »Erziehungsmaßnahmen« des Bahnkonzerns zu entziehen, wonach Preisnachlässe streng nur bei vorgebuchten Züge gewährt werden. Der Direktverkauf in Einzelhandelsfilialen offenbart auch, dass bei vorherigen Sonderaktionen vor allem im Internet große Kundengruppen von den Marketingstrategen der Bahn vernachlässigt wurden, nämlich all diejenigen, die den Informationsfluten des Internets oft hilflos gegenüberstehen oder gar keinen Zugang zu diesem Verkaufskanal haben.
Die Deutsche Bahn AG sollte schleunigst ein Fernverkehrspreissystem entwickeln, das für die hartgesottenen Noch-Immer-Kunden wie auch für die vielen ehemaligen Bahnnutzer und Noch-Nie-Kunden durch Einfachheit, Zugänglichkeit und Preiswürdigkeit überzeugend ist und die nach wie vor vorhandenen Kundenpotentiale für das schnelle und moderne Verkehrsmittel Bahn endlich erschließt.