Der kulturpolitische Sprecher Wolfgang Brauer erklärt:
Die dieser Tage offenbar gewordenen Verkaufsabsichten des Reinickendorfer Hannah-Höch-Hauses offenbaren ein Höchstmaß von Kurzsichtigkeit des dortigen Bezirksamtes im Umgang mit ihm anvertrautem Kulturgut.
Hannah Höch bewohnte das An der Wildbahn 33 in Heiligensee gelegene Haus von 1939 bis 1978 und vermachte es seinerzeit der Stadt Berlin. Auf der Denkmalliste des Landes Berlin befinden sich sowohl das Wohnhaus als zu schützendes Baudenkmal als auch der von ihr künstlerisch gestaltete Garten als Gartendenkmal. Bislang konnte beides erhalten bleiben. Insofern war schon die vor fünf Jahren erfolgte Übertragung des Grundstückes durch das Bezirksamt an den Immobilienfonds des Landes äußerst problematisch. Durch die jetzt seitens des Liegenschaftsfonds geplante Veräußerung ist der Erhalt dieses wichtigen Denkmals der Berliner Kulturgeschichte des 20. Jahrhunderts gefährdet.
Ich fordere das Bezirksamt Reinickendorf auf, sich gegenüber dem Liegenschaftsfonds für eine Rückübertragung des Grundstückes an den Bezirk einzusetzen und Sorge für den Erhalt der denkmalgeschützten Anlage zu treffen. Die momentane Vogel-Strauß-Politik des Bezirkes ist nicht hinnehmbar.