Die sozialpolitische Sprecherin Stefanie Schulze und der kulturpolitische Sprecher Wolfgang Brauer erklären:
Die Koalitionsfraktionen haben sich gestern im Kulturausschuss gegen die von CDU und Bündnis 90/ Die Grünen geforderte Einführung eines Kulturpasses bzw. eines Kulturtickets ausgesprochen.
Erst vor einigen Monaten hat gemeinsam mit den Berliner Theatern und Konzerthäusern der Linkspartei.PDS-Kultursenator Thomas Flierl die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass ALG II–Bezieher für nur 3 Euro Karten erwerben können, um am kulturellen Leben in der Stadt teilzuhaben. Eine erste Zwischenbilanz ist positiv zu bewerten. Seit der Einführung der Regelung sind über 2.100 Karten verkauft worden – an der Spitze der Nachfrage steht dabei der Friedrichstadtpalast.
Ausdrücklich sprechen wir uns dafür aus, die Informationsmöglichkeiten zur Nutzung des Angebotes sowohl durch den Senat als auch durch die Theater und Konzerthäuser weiter zu verbessern. Auch sind weitere Anbieter von Kultur und Kunst eingeladen, sich dieser Initiative anzuschließen. Initiativen von Bürgerinnen und Bürgern, die das Anliegen unterstützen wollen, z.B. mit dem »Wiener Modell« des privaten Kartensponsorings, sind als Ergänzung des 3-Euro-Tickets willkommen. Sie werden in einer Stadt wie Berlin auch gebraucht. Allerdings sollte bürgerschaftliches Engagement – wie von der CDU vorgeschlagen – nicht einer zentralen staatlichen Verwaltung unterworfen werden.