Der baupolitische Sprecher Michail Nelken erklärt:
Angesichts der immer fragwürdiger werdenden Schloss-Perspektive ist ein Aufschub für den Abriss des Palastes der Republik ein Gebot der Vernunft.
Die Machbarkeitsstudie zur Errichtung des Humboldtforums im Gewand des Alten Stadtschlosses hat bestätigt, dass das Projekt in der vom Bundestag gewollten Variante nicht und auch mit einer abgeänderten Nutzungskonzeption nur mit erheblichen höheren Kosten und Risiken realisierbar scheint. Der Hotelanbau ist darüber hinaus ein sehr unsicheres Investment, dessen Synergieeffekte nicht einmal reichen werden, um die Agora oder die Tiefgarage als privat-wirtschaftliches Investment realisierbar zu machen.
Das Humboldtforum braucht eine veränderte architektonische Konzeption. Mit einer weiteren Zwischennutzung des Palastes der Republik wird die gesellschaftliche Herausforderung, es tatsächlich zu errichten, weithin sichtbar aufrecht erhalten. Die unmittelbare Verknüpfung des Abrisses der Palastruine mit dem Neubau des Humboldtforums wird Kosten in zweistelliger Millionenhöhe sparen. Eine vernünftige und günstige Lösung des Gründungsproblems wäre dann möglich.
Das Abrissmoratorium hätte auch noch den erfreulichen Nebeneffekt, dass uns im Herzen Berlins im Sommer 2006 eine weitere Großbaustelle erspart bliebe. Statt dessen stünde das Areal als weiterer attraktiver Event-Ort für das Fußballfest zur Verfügung.