Die Anzeigenleitung der Ullstein GmbH weigert sich, Wahlkampfanzeigen der Linkspartei.PDS Berlin in der „Welt“ und in der „Berliner Morgenpost“ zu schalten.
Das wurde unserer Agentur am 15. September 2006 per Fax mitgeteilt.
So weit, so schlecht, so unseriös.
Denn per 7. August 2006 hatten dieselben Zuständigen des Springer-Verlages schriftlich bestätigt, dass die Anzeigen der Linkspartei.PDS – wie bestellt – veröffentlicht werden.
Nun erfolgte der plötzliche Rückzieher unter Verweis auf Punkt 7 der Geschäftsbedingungen des Verlages. Der enthält den Vorbehalt, Anzeigen nicht zu drucken, wenn deren Inhalt gegen Gesetze verstoßen oder wenn diese wegen des Inhalts oder der Herkunft für den Verlag unzumutbar sind. Da der Verlag den Inhalt der Anzeigen noch gar nicht kannte, kommt als Ablehnungsgrund nur die Herkunft in Frage, also die Linkspartei.PDS Berlin.
Dies spielte aber vordem keine Rolle. Folglich muss etwas passiert sein, was zu den Geschäftsgeheimnissen des Verlages gehört. Entweder gab es eine Binnenrebellion – warum auch immer. Oder es gab einen Anstoß von außen – von wem auch immer.
Inzwischen verweist der Verlag auf den Umstand, dass Teile der Linkspartei.PDS vom Verfassungsschutz beobachtet würden. Das mag schon sein. Aber erstens trifft das auf den Berliner Landesverband nicht zu und zweitens galt das dann auch vor dem 15. August 2006. Obendrein ist das kein souveränes Argument, sondern ein dümmliches und höriges.
Unterm Strich bleibt:
Im Westen nicht Neues – der Springer-Verlag verharrt im Kalten Krieg.
Axel Hildebrandt
Pressesprecher
Linkspartei.PDS Berlin
PS:
Weitere Einzelheiten sind über die Agentur TRIALON Marketing & Kommunikation GmbH, Telefon 30 - 4466944-0, zu erfahren.