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16. Februar 2006 Linkspartei.PDS im Abgeordnetenhaus

Integrative Schule für mehr Bildungsgerechtigkeit

Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Carola Bluhm und der migrationspolitische Sprecher Giyasettin Sayan erklären:

Mit dem Besuch des UN-Sonderberichterstatters für Menschenrechte, Vernor Muñoz Villalobos, richtet sich das Augenmerk noch stärker auf einen Aspekt, der seit PISA auch für die Berliner Bildungslandschaft intensiv diskutiert wird. Es steht die Frage, warum hierzulande – anders als z.B. in skandinavischen Ländern – der schulische Erfolg von Kindern und Jugendlichen in hohem Maße von der sozialen und soziokulturellen Herkunft abhängig ist.

Mit wichtigen Reformen im Kita- und Schulbereich hat sich die rot-rote Regierungskoalition dieser Frage gestellt. Ein wesentlicher Punkt dabei ist, die Bildungschancen insbesondere auch für Migrantinnen und Migranten deutlich zu verbessern. Dafür stehen das Integrationskonzept,das neue Schulgesetz und das Programm zu Integration durch Bildung. Was diese Initiativen bringen, wird sich erst in einigen Jahren zeigen können.

Die Linkspartei.PDS-Fraktion ist allerdings auch der Auffassungen, dass weitergehende grundlegende Veränderungen in der Schule notwendig sind. Wir brauchen eine neue Kultur des Lernens, in der Kinder und Jugendliche mit- und voneinander lernen, in der jede und jeder individuell gefördert wird und in der Leistungsbereitschaft und Freude am Lernen sich gegenseitig bedingen und für nachhaltiges Lernen stehen. Dafür braucht es eine integrative Schule von der 1. bis zur 10. bzw. 12. Klasse, die das gegliederte Schulsystem, das Schülerinnen und Schüler aussortiert und demotiviert, überwindet.

Die Linkspartei.PDS-Fraktion im Abgeordnetenhaus hat dafür unter dem Titel »Berlin wird skandinavisch schlau« ein Konzept vorgelegt, das am morgigen Freitag, den 17. Februar 2006, in einem Werkstattgespräch erstmals öffentlich diskutiert wird. Interessenten sind herzlich eingeladen. Die Werkstatt findet von 14 bis 19 Uhr im Roten Rathaus, Raum 338 statt.