Die sozialpolitische Sprecherin Stefanie Schulze erklärt:
Der gestern in Berlin von den Verbraucher- und Wohlfahrtsverbänden vorgestellte Schuldenreport bestätigt die auch von der Linkspartei.PDS bereits gewonnene Erkenntnis: Private Verschuldung und damit Verarmung steigen in Deutschland dramatisch an, allein zwischen 1993 und 2002 hatte sich die Zahl von verschuldeten Menschen mehr als verdoppelt. 8,2 Prozent der Haushalte konnten schon 2002 nicht einmal mehr ihre Kredite und Schulden bedienen.
Hauptursachen und Auslöser dafür sind Arbeitslosigkeit und dauerndes Niedrigeinkommen. Auch wenn bislang kein verlässliches Zahlenmaterial auf Bundesebene existiert, kann davon ausgegangen werden, dass sich durch die Hartz-Gesetze die Situation noch einmal zuspitzt.
Hinzu kommt die Zunahme der Verschuldung von Jugendlichen durch Handy- oder andere Konsumkosten, durch ungenügende Kenntnisse im Umgang mit Geld und oft auch verantwortungslose Vergabe von Dispo-Krediten durch Banken. Neben der aktiven Bekämpfung von Ursachen der Verschuldung muss insbesondere der Präventivarbeit eine noch größere Aufmerksamkeit zuteil werden. Es war deshalb richtig, dass zum besseren Schutz vor Verarmung unter Rot-Rot in Berlin 2005 u.a. die finanzielle Ausstattung der Schuldnerberatung verbessert wurde, während andere Bundesländer zur gleichen Zeit ihre Beratungsstellen reduzierten.