Der Fraktionsvorsitzende und wissenschaftspolitische Sprecher Stefan Liebich erklärt:
Entscheidend ist nicht, wie viele junge Menschen in Berlin ein Studium beginnen, sondern dass es mehr als bisher abschließen können. Deshalb begrüßt die Linkspartei.PDS-Fraktion die von den Universitätspräsidenten und von Wissenschaftssenator Thomas Flierl vorgestellte Qualitätsoffensive für die Berliner Universitäten. Mit ihr wurde u.a. eine bessere Betreuung der Studentinnen und Studenten im Rahmen der neuen Studiengänge Bachelor und Master verabredet.
Mit diesem von den Studierenden und den Hochschulen nach Diskussionen am Runden Tisch befürworteten Systemwechsel an den Berliner Hochschulen kann künftig eine deutlich bessere Erfolgsquote der Studiengänge erreicht werden. Dass die Berliner Unis in der Forschung gut sind, hat der Exzellenzwettbewerb bewiesen, jetzt müssen sie auch in der Lehre ihre Leistungen steigern.
Die Universitäten werden die neuen Studiengänge studierbarer, übersichtlicher und durchlässiger gestaltet. Der Bologna-Prozess soll mehr internationalen Austausch und Selbstbestimmung im Studium bringen. Abschottungstendenzen und Überregulierungen wird entgegengewirkt.
Berlin bildet trotz der nicht vermeidbaren Einsparungen im Wissenschaftsbereich weiterhin deutlich über seinen Bedarf aus. 76 Prozent der Berliner Abiturientinnen und Abiturienten bleiben zum Studieren in Berlin. Sie lasten aber nur 46 Prozent der Berliner Studienplätze aus. Die Linkspartei.PDS fordert daher seit langem, dass die Länder, die ihre Abiturientinnen und Abiturienten exportieren, dafür auch Verantwortung tragen. Sie sollen im Rahmen eines Länderfinanzausgleichs die Kosten für die Studienplätze ihrer Landeskinder finanzieren. Berlin könnte mit einem solchen System 200 Mio. Euro zusätzlich einnehmen und in seine Hochschulen investieren. Bis dahin ermöglicht die Qualitätsoffensive, dass die Berliner Universitäten und Hochschulen schon jetzt für jede Berliner Schulabgängerin und jeden Schulabgänger, die bzw. der dies wünscht, einen Studienplatz anbieten kann, aber mehr Studierende als bisher auch einen Abschluss erreichen werden.