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30. März 2006 Linkspartei.PDS im Abgeordnetenhaus

Rütli-Schule: Notwendig sind Soforthilfe und Mut zu einem integrativen Schulsystem

Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Carola Bluhm erklärt:

Soforthilfe für die Rütli-Hauptschule ist das eine. Die von Bildungssenator Böger vorgeschlagene Einsetzung von Sozialpädagogen ist insofern zu begrüßen. Allerdings ist es damit nicht getan.

Obwohl das Land Berlin den Hauptschulen eine überproportionale Aufmerksamkeit widmet – für weniger als 10 Schüler steht dort ein Lehrer zur Verfügung, (zum Vergleich: an Realschulen sind es 16,5 und an Gymnasien 18 Schüler), obwohl jährlich fast 9.000 Euro je Schüler eingesetzt werden (im Vergleich zur Realschule, dort sind es 5.600 Euro) und die Lehrerinnen und Lehrer dort mit großem Engagement tätig sind, sind die Erfolge kaum sichtbar. 30 Prozent der Hauptschülerinnen und -schüler verlassen die Schule ohne Abschluss. Selbst die es geschafft haben, wissen, dass sie damit in der Regel keinen Ausbildungsplatz finden.

Es braucht endlich Mut, die immer größer werdende Stigmatisierung durch die bestehenden Schulstrukturen zu verändern. Das dreigliedrige Schulsystem verstärkt die Abhängigkeit des Bildungserfolgs von der sozialen und soziokulturellen Herkunft. Es braucht eine integrative Schule in Berlin, die es schafft jeder Schülerin und jedem Schüler gerecht zu werden.