Die verkehrspolitische Sprecherin Jutta Matuschek erklärt:
Die BVG hat eine positive Bilanz für das Jahr 2005 gezogen. Die wichtigste Entscheidung im vergangenen Jahr war zweifellos der neue Tarifvertrag. Damit schafft das Unternehmen die Voraussetzungen für die europarechtlich zulässige Direktbeauftragung der BVG mit den Nahverkehrsleistungen Berlins.
Trotz positiver Zahlen bleibt die wirtschaftliche Situation der BVG aber angespannt. Die Last des angehäuften Schuldenbergs aus der Vergangenheit ist mittelfristig erdrückend. Deshalb müssen weitere Maßnahmen getroffen werden, um durch effizienteres Arbeiten und strikte Kostendisziplin nicht nur Mehrausgaben wegen steigender Energiekosten zu decken, sondern vor allem auch weitere Tilgungen der Schulden vorzunehmen.
Die Linkspartei.PDS erwartet energische Maßnahmen zur Erhöhung der Transparenz des landeseigenen Unternehmens. Eine nachvollziehbare und konsequente Prioritätensetzung im Investitionsbereich ist längst überfällig. Die Sanierung der Schienenanlagen und Bahnhöfe muss vorangetrieben werden. Mögliche Kostenreduzierungen beim Einkauf von Bussen, Software und sonstigen Zulieferteilen liegen bei der Marktpräsenz der BVG nach wie vor auf der Hand.
Die Kundenkommunikation hat sich bei aller Kritik verbessert. Dennoch fühlen sich viele Fahrgäste immer noch der BVG eher ausgeliefert, statt als Kunde umworben. Ein offenes und öffentliches Beschwerdemanagement steht nach wie vor auf der Agenda. Die Kunden sind die Adressaten des Unternehmens. Die Existenz des Unternehmens liegt in deren Mobilitätsbedürfnissen begründet. Sie sind der tägliche Maßstab unternehmerischen Handelns.