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16. Mai 2006 Linkspartei.PDS im Abgeordnetenhaus

Schule soll integrieren, nicht auslesen

Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Carola Bluhm erklärt:

Kinder aus sozial benachteiligten, bildungsfernen und vor allem aus Migrantenfamilien haben in der Bundesrepublik zunehmend schlechtere Chancen auf Bildungserfolge. Das hat auch die aktuelle OECD-Studie deutlich belegt.

Zusätzliche Sprachförderungen und frühzeitiger Bildungszugang in der Kita sind Maßnahmen, mit denen die rot-rote Koalition bereits auf die Probleme reagiert und wesentliche Verbesserungen begonnen hat. Bildungsnachteile, deren Ursachen in einem Schulsystem stecken, das seine Ursprünge im preußischen Drei-Klassen-Wahlrecht hat, gleicht dies aber nicht aus. Insbesondere die Hauptschule hat keine Zukunft, weil sie ihren Schülerinnen und Schülern keine Zukunft bietet. Bildungsgerechtigkeit und bessere individuelle Förderung sind nur in der »einen Schule für alle« möglich.

Für ein integratives Schulsystem will die Linkspartei.PDS-Fraktion bis 2011 die finanziellen und personellen Potenziale im Bildungsbereich bündeln und für die Umgestaltung des Schulsystems sowie seine qualitative Ausgestaltung einsetzen. Es wird nicht mehr Geld als heute, sondern es wird besser ausgegeben. Allein die in den kommenden fünf Jahren um 40.000 Kinder zurückgehenden Schülerzahlen entsprechen einem Potenzial von etwa 1.500 Lehrerstellen. Es wird möglich, Schule besser und anders auszustatten – sowohl räumlich als auch mit Sozialpädagogen, Psychologen, Bildungswegberatern, Lernassistenten, Lehramtsstudierenden und medizinischem Personal. Das ist Voraussetzung, um jede und jeden individuell zu fördern und eine integrative Schule auch in Berlin zum Erfolg zu führen.

Berlin sollte diese Chance mutig nutzen und in der Bundesrepublik Vorreiter bei der Schaffung eines integrativen Schulsystems werden.