Zu den Ergebnissen des Koalitionsausschusses der Bundesregierung erklärt Berlins Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales Dr. Heidi Knake-Werner:
Die Verständigung der Koalitionsparteien zum verlängerten Arbeitslosengeldbezug für Arbeitslose über 50 war überfällig. Sie wird allerdings überschattet davon, dass sich das Regierungsbündnis nicht auf eine Regelung zum Schutz älterer Arbeitsloser vor Zwangsverrentung einigen konnte.
Auch wenn die gegenwärtige Konjunktur vielen Älteren eine neue Perspektive auf dem Arbeitsmarkt gibt, bleiben noch allzu viele ohne Job. Ihnen droht die dauerhafte Abschiebung aufs Altenteil gegen ihren Willen durch eine mit lebenslangen Abschlägen verbundene Frühverrentung. Und das vor dem Hintergrund, dass etliche der für die Versicherten günstigen Vorruhestandsregelungen abgeschafft wurden. Für viele Langzeitarbeitslose heißt das: Auf die Arbeitslosigkeit folgt die Altersarmut.
Die Zwangsverrentung älterer Langzeitarbeitsloser lässt alle Schönwetterreden von den Kompetenzen und dem Erfahrungswissen der älteren Generation wie Hohn klingen. Sie ist im Wortsinn ein Armutszeugnis der Großen Koalition.