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11. Februar 2009 Landesvorstand

Schulschwänzer-Heim offenbart Hilflosigkeit

Zum Vorhaben des Bezirks Neukölln, ein Heim für sog. notorische Schulschwänzer einzurichten, erklärt das Mitglied im Landesvorstand der Partei DIE LINKE. Berlin, Sebastian Schlüsselburg:

Das geplante Heim für sog. notorische Schulschwänzer in Neukölln ist ein bildungspolitischer Offenbarungseid und zeugt von der Hilflosigkeit der Neuköllner SPD. Richtig ist, dass Schuldistanz in Neukölln ein wesentlich größeres Problem darstellt als in anderen Bezirken.

Richtig ist auch, dass die Schulpflicht im Interesse der Kinder und Jugendlichen durchgesetzt werden muss. Allerdings verrennt sich die Neuköllner SPD seit Jahren in immer skurrileren Ideen. Das geplante Schulschwänzer-Heim reiht sich zusammen mit dem privaten Wachschutz und wiederkehrenden verfassungswidrigen Forderungen nach der Kürzung des Kindergeldes in eine repressive Law-and-Order-Politik des Bildungsstadtrates ein.

Für DIE LINKE ist Schuldistanz zu aller erst ein Problem, dem pädagogisch begegnet werden muss. Dafür gibt es in Berlin verschiedene erfolgreiche Projekte, die ohne Zwang auskommen. Die Rütli-Schule in Neukölln und die Philharmoniker haben mit dem Projekt »Rhythm is it« einen wesentlich innovativeren Ansatz verfolgt.

Mit dem Heim wird mal wieder Symbolpolitik betrieben um der Öffentlichkeit Tatendrang vorzutäuschen. Das Problem der Schuldistanz wird man nicht mit rechtlich fragwürdigen Zwangsmaßnahmen, sondern nur durch sinnvolle pädagogische Maßnahmen lösen können. Von dieser Gewichtung geht auch das Berliner Schulgesetz aus.