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23. November 2007

2. Berlinkonferenz

Eine Metropole im Wandel – Gute Arbeit in Berlin. Rahmen für eine moderne Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik

»Arbeitsmarktpolitik kann und soll mehr sein als bloß passive Leistung oder Marginalie des Beschäftigungsaufbaus. Sie kann im guten Sinne des Wortes aktivieren statt alimentieren und sie kann dazu beitragen, unsere Metropole im Wandel zu stärken, neue Beschäftigungsperspektiven zu erschließen und das Gemeinwesen sozial zu stabilisieren«, betonte Berlins Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales Dr. Heidi Knake-Werner auf der Zweiten Berlin-Konferenz.

»Unseren Teil der Verantwortung wahrzunehmen bedeutet auch, nicht aus dem Auge zu verlieren, dass Politik für sich, und schon gar nicht Arbeitsmarktpolitik allein, die Beschäftigungsprobleme wird lösen können. Wir alle wissen, dass dauerhafte Arbeitsplätze und betriebliche Ausbildungsplätze vor allem in der Wirtschaft entstehen müssen. Wirtschaftliches Wachstum, Investitionen und unternehmerischer Einsatz bilden nach wie vor die entscheidenden Voraussetzungen für neue Arbeitsplätze und ein ausreichendes Angebot an Ausbildungsplätzen. Eine moderne und zukunftstaugliche Arbeitsmarktpolitik setzt vorrangig darauf, Arbeit, Qualifikation und Teilhabe zu ermöglichen und damit Problemen (frühzeitig) vorzubeugen, anstatt sie (später) lediglich zu lindern. In diesem Sinne ist sie zugleich präventive Armutsbekämpfung und damit ein Beitrag für mehr Chancengleichheit und Integration.

Ausbildung, berufliche Weiterbildung und lebenslanges Lernen sind eine unabdingbare Voraussetzung dafür, die Beschäftigungsfähigkeit von Menschen über ein Erwerbsleben zu erhalten und zu entwickeln. Qualifizierte Menschen wiederum bieten insbesondere für Berlin einen strategischen Standortvorteil. Das Land Berlin fördert deshalb jetzt und zukünftig unter anderem Weiterbildungsdatenbanken, Lernläden, die Beratung und Begleitung zur beruflichen Neuorientierung, transnationale Weiterbildungsmaßnahmen.

Darüber hinaus werden in Berlin bis zum Jahr 2010 rund 10.000 neue Arbeitsplätze im Öffentlich geförderten Beschäftigungssektor (ÖBS) geschaffen, der Langzeitarbeitslosen eine langfristige, sozialversicherungspflichtige und tariflich entlohnte Arbeit sichert. Gleichzeitig wird damit gesellschaftlich nützliche Arbeit im Interesse des sozialen Zusammenhalts Berlins erbracht. Der ÖBS entspringt arbeitsmarktpolitischer Vernunft und gesellschaftspolitischer Verantwortung und folgt konsequent unserem Grundsatz, Arbeit statt Arbeitslosigkeit zu finanzieren.«

Ca. 90 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erlebten am 23.11.2007 spannende Beiträge von Politikerinnen und Politikern der LINKEN sowie Vertreter/innen von Gewerkschaften, aus Wissenschaft und Wirtschaft über Gegenwart und Zukunft guter Arbeit in Berlin. Eingeladen hatten die Rosa-Luxemburg-Stiftung, die Fraktion DIE LINKE im Abgeordnetenhaus, das kommunalpolitische forum e.V. (berlin) und Helle Panke zur Förderung von Politik, Bildung und Kultur e.V.

 
Bericht & Fotos: Annegret Gabelin